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NWZonline.de Region Ammerland Wirtschaft

Reportage: Unbekannte Faszination auf vier Rädern

12.08.2010

RASTEDE Wenn ich meinen Citroën C3 Pluriel, Baujahr 2003, 1,4 Liter, 73 PS, starte, dann übertönt das Autoradio das leise Summen des Motors, und in der elektronischen Anzeige leuchten Informationen über Airbag, ABS und Co. auf.

Wenn Jürgen Metjengerdes seinen Austin Healey, Baujahr 1959, 2,6 Liter, 107 PS, anwirft, dann dreht er zuerst den Schlüssel im Zündschloss um. Im hinteren Teil des Oldtimers ist daraufhin das Blubbern der Benzinpumpe zu hören. Dann drückt er den Anlasser links neben dem Steuer, gibt etwas Gas – und selbst, wenn das Brummen des Motors nicht deutlich zu hören wäre, man würde es am ganzen Körper spüren.

Und Jürgen Metjengerdes sitzt auf dem Fahrersitz und lächelt.

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Haltegriff statt Gurt

Was genau die Faszination am Oldtimer fahren ausmache, könne er nicht sagen, gesteht Metjengerdes, während er in die Kleibroker Straße einbiegt – und ich etwas skeptisch den verchromten Haltegriff vor mir betrachte, der wohl den fehlenden Sicherheitsgurt ersetzen soll.

Wir lassen, gefolgt von Egon Bührmann und Reinhard Spielvogel im 73er MG B Roadster, den Ort hinter uns, links und rechts der Straße grasen die Kühe, der Fahrtwind weht durch die Haare. „Beim Oldtimer fahren geht es nicht ums Rasen“, sagt Metjengerdes, während ein Volvo den Austin Healey überholt. Schnell fahren verbiete sich schon deshalb, weil in dem tief liegendem Auto dank harter Federung jede Bodenwelle zu spüren ist. „Die Autos sind einfach zu schade, um sie zu verheizen.“

Dass das Auto zum Rasen in der Lage ist, wird deutlich, als Metjengerdes in Delfshausen für kurze Zeit das Gaspedal durchdrückt und die 107 PS den Oldtimer vorantreiben. Zum ersten Mal habe er während des Studiums in Berlin einen Austin Healey gesehen. „Ich war sofort infiziert“, erinnert er sich. Wir erreichen die Gemeinde Ovelgönne. An der Kreuzung biegt Metjengerdes rechts ab. Etwa 100 Meter vor der Kreuzung bremst er, nimmt den Gang raus, lässt den Motor kurz aufheulen, dann nimmt er wieder Fahrt auf.

Drei Jahre Arbeit

In Bremen habe er dann vor etwa 15 Jahren zufällig einen zum Verkauf stehenden schwarzen Austin Healey gesehen – und sofort zugeschlagen. Eine der ersten Ausfahrten führte nach Bokel. „Auf einmal hat mich mein linkes Hinterrad überholt“, erinnert sich Metjengerdes.

Es folgten drei Jahre, in denen er den Austin Healey auf Vordermann brachte. „Das Schöne ist, dass man an Oldtimern noch viel selber machen kann.“

Wir biegen auf die Bundesstraße  211 ein. Metjengerdes gibt kurz Vollgas. „Das reicht“, sagt er, lässt den Wagen ausrollen und lächelt zufrieden.

Am Geestrand entlang

Wir erreichen Ipwege. Weiter geht es am Geestrand entlang, links und rechts ziehen die Maisfelder und Bauernhöfe vorbei. Ausfahrten wie diese, so mitten durch die Natur, seien am schönsten, betont Metjengerdes.

Durch Wahnbek geht es schließlich zurück nach Rastede. Und während mir bewusst wird, dass ich noch immer keine Antwort auf die Frage nach der Faszination am Oldtimer-Fahren bekommen habe, fährt Metjengerdes auf den Parkplatz des Vorwerk-Gartencenters.

„So, jetzt tauschen wir mal die Plätze.“ Also setze ich mich auf den Fahrersitz, drehe den Schlüssel um, höre das leichte Blubbern der Benzinpumpe, drücke den Anlasser. Und als der Motor zufrieden brummt muss ich lächeln – und habe keine Ahnung, warum.

werden am Sonntag, 15. August, von 10 bis 17 Uhr beim „Old- und Youngtimertreffen“ in Rastede erwartet. Darunter auch etwa 100 historische Zweiräder.

sorgen an diesem Tag für die musikalische Unterhaltung: die „Waterend Jazzmen“ und die „Jazz-Optimisten“. Von 13 bis 18 Uhr sind zudem auch die Geschäfte im Residenz- und Luftkurort geöffnet.

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