• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Ammerland Wirtschaft

Edeka will in Wahnbek wachsen

17.05.2019

Wahnbek Wie kann der Einzelhandelsstandort an der Schulstraße in Wahnbek weiterentwickelt werden? Über diese Frage wird schon seit einigen Jahren diskutiert – bisher ohne erkennbaren Fortschritt.

Jetzt gibt es einen neuen Plan. Auf der zurzeit ungenutzten Rasenfläche neben dem Parkplatz will Investor Fritz Bohmann einen Neubau errichten lassen, in dem Edeka einen Supermarkt eröffnen möchte. Im Gegenzug soll der bestehende NP-Markt geschlossen und ein Teil des Gebäudes abgerissen werden. Dies ist erforderlich, weil eine höhere Anzahl an Parkplätzen nachgewiesen werden muss. Der Lebensmitteldiscounter NP ist ein Tochterunternehmen von Edeka.

Die Planung sieht eine Vergrößerung der Verkaufsfläche vor, von jetzt 825 Quadratmetern auf künftig 1200 Quadratmeter, sowie eine Sortimentsumgestaltung. Integriert werden soll in den Neubau wiederum ein Café der Rasteder Bäckerei Müller & Egerer, die ihre Grundfläche auf 140 Quadratmeter vergrößern möchte.

Bevor auf der Rasenfläche aber ein Edeka-Markt gebaut werden kann, wird es noch eine Weile dauern. Wegen der angedachten Vergrößerung der Verkaufsfläche des Supermarktes auf 1200 Quadratmeter ist zunächst nämlich eine Änderung des Flächennutzungsplanes und die vierte Änderung des Bebauungsplanes für dieses „Versorgungszentrum Wahnbek“ erforderlich. Genau damit beschäftigte sich in dieser Woche die Politik.

Für Grüne „Abklatsch“

Im Ausschuss für Bau, Planung, Umwelt und Straßen wurde dabei auch Kritik laut an den vorgestellten Plänen. Lars Krause (SPD) monierte die Gestaltung des geplanten Neubaus. „Optisch gefällt es uns nicht, aber wir wollen einen Vollsortimenter in Wahnbek haben“, sagte er. Gleichzeitig erinnerte er daran, dass der Bereich an der Schulstraße ursprünglich mal als Ortsplatz angedacht war und deshalb eine gewisse Qualität nötig sei.

Dem schloss sich Gerd Langhorst (Grüne) an. Bedingt durch die langjährige Diskussion sei jetzt ein Bau- und Planungsstand vorgelegt worden, der heute nicht mehr zeitgemäß sei. Er bezeichnete die vorgestellte Gestaltung als einen „Abklatsch vom heutigen NP-Markt“. Langhorst sagte, es werde niemand verhungern müssen, wenn der neue Markt nicht umgehend gebaut werde. Er regte daher an, sich „etwas mehr Gedanken zu machen“.

Einen Vorschlag machte in diesem Zusammenhang Evelyn Fisbeck (FDP). Aufgrund des Bedarfs an zusätzlichem Wohnraum fragte sie, ob mit dem Investor über die Möglichkeit gesprochen worden sei, über dem geplanten Supermarktgebäude Wohnungen zu bauen. Bisher sei dies nicht erfolgt, die Verwaltung werde das Thema aber mit dem Investor noch einmal besprechen, sagte Erster Gemeinderat Günther Henkel. Auch über die Gestaltung des Gebäudes soll bei dieser Gelegenheit erneut gesprochen werden.

Mit Blick auf den Hinweis bezüglich des Dorfplatzes sagte Henkel: „Die Dorfbevölkerung ist selber nicht warm geworden mit dem Platz und weggegangen.“ So finde etwa der Adventsmarkt seit einigen Jahren nicht mehr vor dem NP-Markt, sondern auf dem Gelände der Grundschule statt.

Wie Nils Romotzki, Vorsitzender des Ortsvereins Wahnbek-Ipwege-Ipwegermoor, der NWZ sagte, habe die Verlegung des Adventsmarktes allerdings eher praktische Gründe gehabt. Auf- und Abbau mussten mit den Öffnungszeiten des NP-Marktes koordiniert werden, die Parkplätze mussten zu den Geschäftszeiten frei sein. Da blieb den Vereinsmitgliedern nur ein kleines Zeitfenster.

Insgesamt begrüßt der Ortsverein die Pläne für das Gelände. „Es ist positiv, dass dort etwas passiert“, sagte Romotzki. Der Platz vor dem NP-Markt diente in der Vergangenheit als Ort für verschiedene Veranstaltungen des Vereins. Mit Ausnahme des gut angenommenen Wochenmarktes findet jedoch keine von ihnen mehr dort statt. Auch eine vom Ortsverein aufgestellte Sitzbank wurde nach Vandalismusschäden abgebaut.

Erich Bischoff (CDU) konnte die im Ausschuss geäußerte Kritik hingegen nicht teilen. „Seit drei Jahren wird hier geplant. Jetzt können wir dem Investor doch nicht vorschreiben, wie er bauen soll. Das macht doch keinen Sinn.“

Ina Rehfeld vom Planungsbüro NWP informierte den Ausschuss derweil über zwei Gutachten, die inzwischen erstellt wurden. Demnach seien durch die Vergrößerung des Supermarktes keine negativen Auswirkungen auf den lokalen Einzelhandel zu erwarten. Ein Schallschutzgutachten habe unterdessen ergeben, dass die Lieferzone (im Bereich Hohe Brink/Donaustraße) durch eine 2,80 Meter hohe Schallschutzwand von der Wohnbebauung abgeschirmt werden muss.

Sorge wegen Haltestelle

In der Einwohnerfragestunde äußerten schließlich Anwohner Bedenken. Unmittelbar neben der geplanten Anlieferzone befindet sich zurzeit eine Bushaltestelle, die auch Schüler nutzen. „Die Situation ist da jetzt schon verheerend“, sagte eine Anwohnerin. Bürgermeister Dieter von Essen sagte zu, die Situation vor Ort zu prüfen.

Beide Verfahren wurden letztlich mehrheitlich gegen die Stimmen der Grünen in die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit gegeben. Der stets nichtöffentlich tagende Verwaltungsausschuss bestätigte die Empfehlung am Tag darauf ebenfalls mehrheitlich, berichtete Gemeindepressesprecher Ralf Kobbe auf Anfrage. Bis Ende Juni haben Bürger und Behörden nun Gelegenheit, Stellung zu den Plänen zu beziehen. Darüber wird dann nach der Sommerpause erneut im Bauausschuss beraten.

Frank Jacob Rastede/Wiefelstede / Redaktion Rastede
Rufen Sie mich an:
04402 9988 2620
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.