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NWZonline.de Region Ammerland Wirtschaft

Verwaltungsausschuss sagt Ja zu zwei Ställen für 12.000 Hühner

20.10.2018

Wapeldorf Die Grundhaltung sei negativ gewesen, eigentlich habe die Politik gegen den Neubau von zwei Bio-Legehennenställe für insgesamt 12.000 Tiere in Wapeldorf stimmen wollen. Nach der stets nichtöffentlichen Sitzung des Verwaltungsausschusses am Dienstag habe jedoch ein einstimmiges Votum für die geplanten Ställe am Achterdörper Weg 51 gestanden. So schilderte es am Freitag bei einem Pressegespräch im Rathaus Gemeindesprecher Ralf Kobbe.

Der Grund für den Sinneswandel: In der Sitzung habe Landwirt Jan Eilers (Conneforde) das Bauvorhaben ausführlich präsentiert und über seine Pläne informiert. Alle offenen Fragen seien beantwortet und alle Bedenken ausgeräumt worden, sagte Kobbe. Eilers sei als „überzeugter Bio-Bauer“ aufgetreten.

Kreis nimmt weitere Prüfungen vor

Zu dem geplanten Bau der Bio-Legehennenställe in Wapeldorf hat Landwirt Jan Eilers beim Landkreis eine Bauvoranfrage gestellt. Sie soll klären, ob der Bau genehmigungsfähig ist.

Die Gemeinde Rastede sollte zu den Plänen eine Stellungnahme abgeben. Die Frist endet an diesem Wochenende. Aus Zeitgründen wurde die Beratung im Verwaltungsausschuss abgeschlossen. Die Politik habe Eilers geraten, die betroffenen Anwohner öffentlich über seine Pläne zu informieren, sagte Gemeindesprecher Ralf Kobbe.

Über Bauvoranfragen wird üblicherweise nicht öffentlich beraten. Da es in Rastede bislang keine Legehennenhaltung gibt, sah die Verwaltung ein besonderes Interesse und entschied sich, das Thema öffentlich im Bauausschuss zu beraten.

Die Zustimmung der Gemeinde tritt nur in Kraft, wenn die noch ausstehenden Prüfungen beim Landkreis zu dem Ergebnis kommen, dass der Bau als landwirtschaftliches Vorhaben privilegiert zulässig ist. Davon geht die Verwaltung allerdings aus.

Rückblick: In der öffentlichen Sitzung des Bauausschusses hatte die Politik Mitte September ihre Zustimmung zunächst verweigert. Es gab offene Fragen unter anderem zur Tierhaltung, zum Bio-Standard und zum Futter. Außerdem war nicht allen bekannt, welcher Landwirt hinter dem Vorhaben steht.

Eilers betreibt seit 2012 einen Bio-Legehennenstall in Hullenhausen. Dieser sei aktuell mit 12.000 Hennen belegt, geht aus der Präsentation hervor, die der Landwirt im Verwaltungsausschuss zeigte. Die Hühnerhaltung ist ein Nebenerwerb, hauptberuflich arbeitet Eilers bei der Landwirtschaftskammer.

Der Landwirt beteilige sich an Projekten zur Weiterentwicklung der Legehennenhaltung in Bezug auf das Tierwohl, berichtete Kobbe. Im Verwaltungsausschuss habe Eilers zudem dargelegt, dass er bereits von 2012 bis 2014 seine Hühner nach der Bio-Verordnung der Europäischen Union gehalten habe.

2014 habe er seinen Betrieb auf das höherwertige Bio-Label „Naturland“ umgestellt, schilderte Kobbe. Seitdem sei der gesamte Betrieb in Hullenhausen auf ökologischen Landbau umgestellt worden.

In Wapeldorf will Eilers eine weitere Betriebsstätte aufbauen. Auf einer Freifläche hinter dem Hof am Achterdörper Weg 51 sollen zwei Bio-Legehennenställe für jeweils 6000 Tiere entstehen. Die Gebäude sollen jeweils 70 Meter lang, 25 Meter breit und 6,65 Meter hoch sein. Geplant sind außerdem vier Futtermittelsilos und ein Dungcontainer.

Maximal sechs Hennen sollen pro Quadratmeter gehalten werden. Dies entspreche den Bio-Richtlinien, hatte Fachbereichsleiterin Tabea Triebe von der Gemeindeverwaltung bereits im Bauausschuss erläutert. Die Tiere sollen in ihrer 17. Lebenswoche eingestallt und in ihrer 79. Lebenswoche ausgestallt werden.

Ausstallen, das heißt in diesem Fall: Die Hennen werden geschlachtet. Mit Blick auf das Tierwohl sei es Eilers wichtig, dass keine weiten Transporte erfolgen. Die Tiere sollen in Cuxhaven geschlachtet werden, berichtete Tabea Triebe am Freitag. Der Landwirt lege auch Wert darauf, seine Tiere nur regional zu kaufen.

Die Eier sollen in der geplanten Betriebsstätte in Wapeldorf täglich gepackt werden. Nach der Ausstallung soll eine Reinigung und Desinfektion der Ställe erfolgen. Futter soll alle drei Wochen angeliefert werden. Die Eier sollen zweimal wöchentlich abgeholt werden. Das Kotlager soll drei- bis viermal im Jahr geleert werden.

Ein besonderes Verfahren durch Luftzufuhr soll die Geruchsbildung minimieren, erläuterte Tabea Triebe. Über ein Förderband soll der Kot aus den Ställen direkt in den Dungcontainer befördert werden. Im Sinne des ökologischen Landbaus gehe der Dünger an einen Landwirt, der Futter erzeugt, das wiederum an die Hennen in Wapeldorf verfüttert werden soll, berichtete Tabea Triebe.

Eilers habe ferner dargestellt, dass es regelmäßige Kontrollen des Betriebes gebe – durch das Veterinäramt, das Gesundheitsamt, das Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit sowie durch Naturland. Etwa alle zwei Wochen seien Kontrolleure im Betrieb.

Frank Jacob Rastede/Wiefelstede / Redaktion Rastede
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