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NWZonline.de Region Ammerland Wirtschaft

Modernisierer übergibt die grüne Krawatte

15.06.2019

Wehnen Food-Trucks, ein fliegendes Buffet und ein Flügel unter freiem Himmel: Die Verabschiedung von Axel Weber als Geschäftsführer der Karl-Jaspers-Klinik (KJK) und die Begrüßung seines Nachfolgers Michael Poerschke wirkte gegen Ende ein wenig wie eine Gartenparty. „Führen und feiern“, das gehörte bei Axel Weber zusammen, das wurde auch während des eher förmlichen Teils der Verabschiedung im Festsaal der KJK am Donnerstagabend klar. Ebenso klar war, dass niemand Weber (52), der nach elf Jahren an der KJK zum 1. Juli die Leitung der Ammerland-Klinik in Westerstede übernimmt, gerne gehen lässt.

Schon als der Psychiatrieverbund Oldenburger Land 2007 nach einem Kopf für das Haus gesucht habe, sei klar geworden, wie sehr Weber für die Aufgabe brannte, erinnerte Jörg Bensberg, Landrat und Vorsitzender des Aufsichtsrates. Das „Brennen“ für die Einrichtung habe bis heute angehalten, so Bensberg. „Dass sich die KJK zu einem der modernsten psychiatrischen Zentren in Norddeutschland entwickelt hat, ist Ihnen und ihrem Team zu verdanken“, so Bensberg.

Öffnung nach außen

Nicht nur räumlich und wirtschaftlich habe Weber das Haus äußerst erfolgreich ausgebaut, vor allem die Veränderungen der inneren Strukturen, patientenorientierte Projekte, die Öffnung der KJK nach außen und die medizinische Weiterentwicklung seien sein Verdienst. Natürlich sei es bedauerlich, dass die KJK den Geschäftsführer Weber verliere, so Bensberg, aber mit dem bisherigen Kaufmännischen Direktor Michael Poerschke (45) sei die KJK auch für die Zukunft gut aufgestellt. Er stehe für die Fortsetzung des von Weber begonnenen Modernisierungsprozesses.

Der Abbau von Ängsten und die Öffnung der Psychiatrie für die Menschen in der Umgebung, für Schülergruppen, Nachbarn, Angehörige, stellte auch Dr. Christian Figge, ärztlicher Direktor, in den Mittelpunkt seiner Worte an Weber. Viele Besucher sagten: „Man kann gar nicht erkennen, wer hier Patient ist“, so Figge. Und das sei gut so. „Es ist natürlich schade, dass Sie jetzt gehen, aber Sie haben ein gutes Team zusammengeschweißt, das jetzt alleine gehen kann.“

Axel Weber stehe als Geschäftsführer für einen verlässlichen Arbeitgeber, mit dem sich die Mitarbeiter in besonderem Maße identifizierten, sagte Betriebsrat Mirko Köne. Weber habe eine Kultur der Transparenz und Offenheit geschaffen, die Michael Poerschke sicher weiterführen werde.

Alte Zöpfe abgeschnitten

Für Weber wurde der Abschied angesichts des einhelligen Lobs sichtlich nicht einfacher. Er habe die Leitung in einer Zeit des Umbruchs und der Verunsicherung übernommen, erinnerte er. Sichtlich stolz war er darauf, dass wenige Jahre nach der Privatisierung des Krankenhauses und der Übernahme durch den Psychiatrieverbund Oldenburger Land die Mitarbeiter kein Bedürfnis hatten, in die Trägerschaft und den Dienst des Landes Niedersachsen zurückzukehren.

„Ohne Wirtschaftlichkeit ist ein Haus nicht zu halten. Ohne Menschlichkeit ist es darin nicht auszuhalten“ fasste Weber seine Maxime als Geschäftsführer zusammen. „Ich danke den Gesellschaftern und dem Aufsichtsrat, dass ich die Zeit bekommen habe, hier etwas zu entwickeln“, so Weber. Sein Dank galt aber auch vielen anderen – begonnen bei den Mitarbeitern über den Ortsbürgerverein Ofen, Polizei und Freiwilliger Feuerwehr bis zum Gedenkkreis Wehnen. „An anderen Orten gründen sich Vereine gegen die Psychiatrie, hier gibt es ein Miteinander“, so Weber. Er freue sich, ein tolles Haus zu übergeben und ein tolles Haus zu übernehmen.

An Poerschke übergeben hat er mit Wirkung vom 1. Juli nicht nur das Haus, sondern auch eine Krawatte in dem Grün, das für die Corporate Identity, das Erscheinungsbild der KJK in der Öffentlichkeit, steht – und eine Schere. Die habe er selbst beim Amtsantritt bekommen, mit der Aufforderung, alte Zöpfe abzuschneiden. „Ich hoffe, das ist jetzt nicht nötig“, sagte er.

„Die Schere hat ihre Arbeit an den alten Zöpfen getan“, bestätigte Poerschke. Er werde sie aber wie die Krawatte in Ehren halten. Die Arbeit und auch manche Auseinandersetzung mit Weber hätten ihn vieles gelehrt. „Wir werden uns auch in Zukunft – hoffentlich als Freunde – viel zu sagen haben“, betonte er. Seinen letzten Arbeitstag beendete Weber am Freitag mit einem Betriebsfest mit 560 von rund 1000 Mitarbeitern.

Christian Quapp Redakteur / Redaktion Bad Zwischenahn
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