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NWZonline.de Region Ammerland Wirtschaft

Riesenkuchen zum Geburtstag

07.09.2017

Wehnen Ein Krankenhaus ist selten ein Ort an dem alle fröhlich sind – am Mittwoch sah man in der Karl-Jaspers-Klinik aber eigentlich nur zufriedene Gesichter. Sogar einen Kuchen gab es – einen Geburtstagskuchen, den Niedersachsens Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD) anschnitt. Gefeiert wurden 10 Jahre Karl-Jaspers-Klinik. Nach langen Verhandlungen und zweijährigem zähem Kampf von Mitarbeitern und Politik hatte das Land Niedersachsen das Landeskrankenhaus in Wehnen 2007 an den eigens gegründeten Psychiatrieverbund Oldenburger Land verkauft – und nicht an einen kommerziellen Klinikbetreiber.

So wurde aus dem Streit- ein Glücksfall, das sah neben Rundt am Mittwoch auch Jörg Bensberg so, Landrat und Aufsichtsratsvorsitzender der KJK. Er sei bis heute stolz darauf, wie schnell damals ein regionales Netzwerk entstand, in dem sich engagierte Menschen leidenschaftlich und für den Stadort Wehnen eingesetzt hätten, so Bensberg. Der Bezirksverband Oldenburg, die Ammerland-Klinik in Westerstede, das Klinikum und das Evangelischen Krankenhaus Oldenburg gründeten damals den Psychiatrieverbund, der sich – nachdem er zunächst abgelehnt worden war, erfolgreich um die Trägerschaft für das bisherige Landeskrankenhaus beworben hatte. Das sei heute fachlich und wirtschaftlich so erfolgreich wie kein anderes der ehemaligen Landeskrankenhäuser. Gewinne, die bei privaten Betreibern herausgezogen würden, so Bensberg, investiere der Psychiatrieverbund sofort wieder in die Verbesserung seines Angebots. Zahlreiche Vertreter der beteiligten Krankenhäuser und Kommunen und viele der damaligen Verhandlungsführer begrüßten Bensberg und Klinik-Geschäftsführer Axel Weber am Mittwoch zum Festakt. Die Entwicklung der Klinik, von der Gründung der Irrenheilanstalt zu Wehnen im Jahr 1858 bis heute, zeichnete der ärztliche Direktor Dr. Christian Figge nach. Sechs spezialisierte Kliniken böten heute die spezialisierte Therapien für nahezu jedes Krankheitsbild.

Auch wenn die Klinik bei ihrer Gründung außerhalb der Oldenburger Stadtgrenzen gebaut worden sei, weil psychisch kranke Menschen als unheimlich galten: Auch damals habe schon gegolten, dass sie sich in der ländlichen Atmosphäre von Wehnen wohlfühlen sollten – und das sei bis heute möglich.

Figge erinnerte aber auch an das dunkle Kapitel der Klinik, in der während des dritten Reichs Menschen gequält wurden und den gewollten Hungertod starben. Es sei wichtig, dass es mit dem Gedenkkreis Wehnen eine Gruppe gebe, die daran erinnere und das Unrecht wissenschaftlich aufarbeite.

Wohl fühlen sollen sich heute nicht nur die Patienten, sondern auch die Mitarbeiter, betonte Geschäftsführer Axel Weber, sie seien das größte Kapital der Klinik. Und offenbar fühlen sie sich tatsächlich wohl. Anton Dohlen, Leitender Physiotherapeut und Vertrauenssprecher der Gewerkschaft Verdi gehörte ab 2005 zu den zahlreichen Mitarbeitern, die sich über zwei Jahre gegen den Verkauf an einen kommerziellen Anbieter stark gemacht haben. „Man sieht es in den Häusern, die damals an private Gruppen gegangen sind, wie groß der Unmut dort heute ist“, sagte er am Rande des Sommerfestes nach dem Festakt. Natürlich habe es auch in Wehnen Arbeitsverdichtung gegeben. Aber die Klinik habe kurze Dienstwege und nicht nur für das Wohl der Patienten, sondern auch für das der Mitarbeiter werde viel getan.

Während des Festaktes sorgten bereits das Blockflötenensemble „Together“ der Musikschule Ammerland und das Theater Laboratorium aus Oldenburg für Unterhaltung zwischen den Redebeiträgen. Richtig bunt wurde der Nachmittag aber nach dem Geburtstagskuchen beim jährlichen Sommerfest der Klinik, zu dem Mitarbeiter, Patienten, Nachbarn und viele andere Besucher sich auf der Festwiese der KJK versammelten und bis zum Abend bei viel Musik die Unterhaltungs- und Informationsangebote rund um die Klinik in Anspruch nahmen.


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Christian Quapp Redakteur / Redaktion Bad Zwischenahn
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