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Aktualisiert vor 2 Minuten.

Unfall Bei Großenkneten
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NWZonline.de Region Ammerland Wirtschaft

„Weißrussen sind auf Hilfe angewiesen“

29.07.2008

KAYHAUSEN „Es ist für mich immer wieder beeindruckend, wie sich Weißrussen über etwas freuen können, was für viele Menschen bei uns im Ammerland nicht der Rede wert ist“, sagt Gerhard Langner. „Kürzlich erreichte mich die Post von einer allein erziehenden Frau, die ihre Mutter begraben musste und finanziell kaum noch über die Runden kommt. Dieser Frau hatte ich gebrauchte und ausrangierte Kinderkleidung zukommen lassen. Ein begeisterter Dankesbrief und ein Foto von einem stolzen vierjährigen Mädchen in ,neuer Garderobe’ bekam ich umgehend zugeschickt.“

Gerhard Langner engagiert sich seit vielen Jahren für die Menschen in Weißrussland. Anfangs – seit 1992 – kümmerte er sich um die Betreuung der durch die Atomreaktor-Katastrophe von Tschernobyl gesundheitlich angeschlagenen Kinder in Mogilov, die zum „Urlaub vom verstrahlten Alltag“ ins Ammerland kamen. Später organisierte er in Eigeninitiative Hilfstransporte, um die Not der Weißrussen, die er so oft es geht besucht, etwas zu lindern. „Aber allen bedürftigen Menschen in Weißrussland kann ich nicht helfen, obwohl viele Hilfe bräuchten“, sagt der Tischlermeister aus Kayhausen. „Diejenigen, um die ich mich kümmere, kann ich nicht hängen lassen, ich fühle mich für sie und ihr Wohlergehen verantwortlich und deshalb versuche ich immer und immer wieder Spenden zu sammeln.“

Drei Projekte sind es (vor allem), für die sich der Kayhauser derzeit engagiert: Zum einen setzt sich Langner zusammen mit dem Dekan der katholischen Kirche in Mogilov, Roman Foksinski, dafür ein, dass im 200 Kilometer entfernten Mogilov eine Werkstatt für arbeitslose Jugendliche eingerichtet wird, wo diese handwerkliche Grundlagen wie mauern, schweißen, malen und tapezieren lernen. Außerdem kümmert er sich um Frauen in Mogilov, die – durch die Folgen des Reaktorunglücks im 300 Kilomter entfernten Tschernobyl – behinderte Kinder zur Welt brachten und bringen und um die Bewohner eines Invalidenhauses, in dem Menschen leben, die nach einem Arbeitsunfall, einem Autounfall oder aufgrund von Kriegsverletzungen behindert seien.

Und dann erzählt Gerd Langner von dem Überlebenskampf der Menschen in Weißrussland, einem Land, in dem das Lohnniveau seit 15 Jahren gleich ist und die Preise heute gleich hoch sind wie in Deutschland. Ein Professor, so berichtet er, verdiene monatlich etwa 250 Euro, ein Arzt 500, eine Verkäuferin 100 bis 150 Euro. Jeder sei auf seine Familie angewiesen; geschiedene Paare lebten, weil sie das Singleleben nicht finanzieren könnten, dauerhaft in einer gemeinsamen Wohnung. Überleben könne man nur, wenn man einen Schrebergarten habe, wo man Obst und Gemüse anbaue. Diese Datschen lägen jedoch bis zu 40 Kilometer von den Städten entfernt und eine 20-Kilometer-Tour per Bus sei ein Halbtagesausflug. Nicht immer sind seine Hilfsangebote von Erfolg gekrönt. Mit großem Engagement konnte Langner nach vielen erfolglosen Versuchen eine schwedische Firma dafür gewinnen, für einen jungen Bluter in Mogilov ein Jahr lang kostenlos Medikamente im Wert von 100 000 Euro zur Verfügung zu stellen.

Doch Langner fand keinen Klinikchef in Weißrussland, der dem Jungen die Medikamente verabreicht hätte. Niedergelassene Ärzte gibt es ohnehin nicht. Man könne selbst die medizinische Versorgung sicher stellen, hieß die offizielle Antwort auf mehrere Anfragen, die Langner und seine einheimischen Freunde stellten. „Medikamente, die man ins Land bringt, werden wie Schmuggelware betracht und konfisziert und der Adressat kann leicht seinen Job verlieren“, weiß Langner. Der Junge, der an der Bluterkrankheit leidet, wird bald sterben.

„Ich habe in diesem Fall alles versucht, aber verloren“, sagt Gerd Langner, der sich jedoch nicht entmutigen lässt und weiter Spenden sammelt. Langner hält Vorträge über seine Arbeit und zeigt Filme. Sowohl Sachspenden als auch Geldspenden (jeder Transport kostet ca. 2000 Euro) helfen weiter. Wer Gerhard Langner unterstützen oder zu einem Vortrag einladen will, kann sich unter 04403/3856 melden.

Doris Grove-Mittwede Redakteurin / Redaktion Westerstede
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