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NWZonline.de Region Ammerland Wirtschaft

Das Problem mit dem Bio-Müll

15.05.2018

Westerstede Wo Biomüll drauf steht, ist Biomüll drin?! So einfach ist es im Ammerland leider nicht. Immer wieder gibt es Menschen, die Windeln, Plastik, gelegentlich sogar randvolle Tüten mit Restmüll in die braune Tonne werfen. Das weiß vor allem das Team der Zentraldeponie in Mansie, das sich mit dem Müll beschäftigt.

Das ist nicht Bio

In die Bio-Tonne darf nur, was von Natur aus verrottet und die Kompostierung nicht nachteilig beeinträchtigt. Bedeutet: Glas, Metall, Plastik oder Verbundstoffe gehören dort ebenso nicht hinein wie Asche, Milch- und Safttüten, Blumendraht, Plastiktüten, Frittierfett, rohes Fleisch (auch nicht von Fischen) und flüssige Speisereste wie Öl und Suppen. Ebenfalls verboten sind Vogelsand, Windeln, Hundekot. Auch Kleintierstreu sollte nicht hineingeworfen werden, so etwa Katzenstreu aus Tonmineralien.

Und Tüten? Plastiktüten haben generell nichts in Biotonnen zu suchen, auch nicht, wenn sie aus recyceltem Material sind. Auch Bio-Tüten aus biologisch abbaubaren und nachwachsenden Rohstoffen wie Stärke (Mais, Kartoffeln), Cellulose oder Polymilchsäuren sind ungeeignet, sie verrotten zu langsam. Papiertüten sind hingegen vollkommen ok.

70 Prozent nutzen die braune Biotonne

1991 wurde die Erfassung und Verwertung aller organischen, kompostierfähigen Abfälle im gesamten Landkreis Ammerland eingeführt. Sprich: Seitdem muss jeder Ammerländer in seinem Haushalt eine Biotonne nutzen, es sei denn, er hat sich als Kompostbesitzer von der Pflicht entbinden lassen. Im Ammerland sind das derzeit immerhin rund 30 Prozent, die übrigen 70 nutzen die Biotonne, um ihren kompostierbaren Abfall zu entsorgen. So landeten im Jahr 2017 rund 16 300 Tonnen Biomüll in Mansie (2016 waren es 15 900, im Jahr 2015 etwa 16 000). „Hinzu kommen die Grünabfälle, die auch bei uns abgegeben werden“, weiß Ralf Gerdes, stellvertretender Leiter der Zentraldeponie Mansie. Der Blick aufs weitläufige Gelände zeigt: Grünschnitt, Laub und ausgediente Tannenbäume landen hier zuhauf.

lieber Sack oder Tonne?

Rund 30 000 Biomüll-Säcke werden pro Jahr im Ammerland verkauft, um zusätzlich Gartenabfall zu entsorgen. Dabei geht es auch anders: Über den Sommer kann die Bio-Tonne eine Nummer größer bestellt werden. Es gibt 60 Liter (26,52 Euro pro Jahr), 80 Liter (35,36 Euro), 120 Liter (53,04 Euro) und 240 Liter (106,08 Euro), der Preis reduziert sich je nach Dauer. Ein 50-Liter-Sack kostet einen Euro. Wer über den Sommer 30 Säcke verbraucht, wäre mit einer 120 Liter-Tonne für sechs Monate besser beraten – denn zu den 30 Säcken kämen ja sonst noch die Kosten für die eigentliche Bio-Tonne.

Allerdings: Die Deponie dient heutzutage nur noch als Zwischenlager. Das Kompostwerk ist seit vielen Jahren Geschichte. Seit 2005 werden die Kompost-Abfälle nur noch umgeschlagen und in anderen Kompostierungsanlagen behandelt. So landen Bioabfälle aus dem Landkreis Ammerland beispielsweise im Kompostwerk Sandstedt.

So klappt’s mit dem eigenen Kompost im Garten

Wer einen eigenen Kompost im Garten anlegen möchte, der sollte einiges beachten.

Das darf auf den Kompost: Salat-, Gemüse- und Obstreste sowie Fallobst, Tee- und Kaffeesatz samt Filtertüten, Eierschalen, Schnittblumen, Topfpflanzen, Blumenerde, ordentlich zerkleinerter Baum-, Strauch oder auch Rasenschnitt, Mist und Sägemehlstreu.

Das darf nicht auf den Kompost: Fisch, Fleisch, Wurst, Käse und ähnliche Abfälle, da sie Ratten anlocken.

Nur in kleinen Mengen: Bananen und Zitrusfrüchte, da aufgrund der Spritzmittel der Abbau sehr langsam vonstatten geht.

Das sollte in die Mitte: Samentragende Wildkräuter und kranke Pflanzen gehören in die Mitte des Komposts, die hohen Temperaturen im Inneren wirken keimtötend.

Vorsicht: Laub von Kastanie, Pappel. Platane, Walnuss und Akazie verrottet nur schwer, Eichenlaub setzt Gerbsäure frei und führt zur Versauerung des Komposts, gleiches gilt für Baumnadeln, Koniferenabfälle, Rhododendronblätter und Moos.

Standort: windgeschützt, halbschattig mit direktem Kontakt zu Erde, keinesfalls auf Beton, Platten oder Folie setzen, in eine Grube schütten oder in gemauerte Behälter legen.

Was sonst noch wichtig ist: Ein Kompost sollte nie austrocknen, deshalb ggf. in Maßen gießen (nicht zu sehr durchnässen). Zwiebelschalen, Schnittlauchreste, Kaffee und Teesatz sind ideales Futter für Bodentiere, Phlox- und Holunderanpflanzungen locken extra Regenwürmer an.

   

   www.awb-ammerland.de

Bio-Kreislauf schließt sich im Gemüsefeld

Dort wird Bioabfall rund sechs Wochen lang über ein spezielles System behandelt. Ist die Zeit abgelaufen, geht es ans Absieben des Bio-Komposts. Der Frischkompost eignet sich aufgrund seines ausgeglichenen pH-Wertes, seines Düngewertes und seiner biologischen Aktivität für einen Einsatz in der Landwirtschaft und landet deshalb wieder auf den Äckern in der Region. Sprich: Was mal Karotte, Blumenkohl oder Kartoffel aus Norddeutschland war, dient eventuell auch wieder der Anzucht von Gemüse – und der Kreis schließt sich. Mit ein Grund, warum die Nutzer der Bio-Tonne definitiv nur in die Tonne werfen sollten, was kompostierbar ist. Denn ganz grob betrachtet, landet durch den Kreislauf der eigenen Müll irgendwann wieder auf dem eigenen Teller.

Die Kompostierung von Baum-, Strauch- und Rasenschnitt dauert erheblich länger. Dieses Grünzeug wird zu ausgereiftem Fertigkompost verarbeitet.

Anuschka Kramer
Redakteurin
Redaktion Westerstede
Tel:
04488 9988 2602

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