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NWZonline.de Region Ammerland Wirtschaft

Ernte-Bilanz Im Ammerland: Die Futterpreise explodieren, Vorräte werden knapp

27.08.2018

Westerstede /Ammerland Durch die Monate andauernder Trockenheit samt hoher Temperaturen haben auch die Landwirte im Ammerland hohe Ernteverluste. Da von den insgesamt 841 landwirtschaftlichen Betrieben 369 Betriebe Milchkühe halten und über 500 Rinder, betrifft die extreme Witterung auch Futterbaubetriebe.

„Obwohl die Ausfälle bei Grassilage, Getreide und Mais aufgrund lokal vereinzelter Regenfälle und auch unterschiedlicher Bodenverhältnisse unterschiedliche Ausmaße haben, kann für den Schaden bei Grassilage und Heu eine Größenordnung von 30 bis 70 Prozent angegeben werden“, zog Dr. Tatjana Hoppe, beim Ammerländer Landvolkverband für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zuständig, auf Bitten der NWZ eine erste Bilanz. Der zweite Schnitt sei deutlich reduziert und ein dritter Schnitt nicht möglich gewesen. „Wenn es jetzt anfängt zu regnen kann jedoch vielleicht mit einem weiteren Schnitt gerechnet werden.“

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Wie Hoppe weiter ausführte, beginnen die Landwirte bereits, die Wintervorräte zu verfüttern – und die Preise explodieren. „Für einen Siloballen, der im Frühjahr noch 25 Euro gekostet hat, wird zur Zeit schon 75 Euro bezahlt“, berichtet Arno Oeltjen, der einen Milchviehbetrieb in Westerloy bewirtschaftet.

Der Mais, die zweite wichtige Futterpflanze, ist laut Hoppe zum Teil schon gehäckselt worden oder wird mit hohen Ertragsverlusten eingefahren. Der energetische Wert sei deutlich reduziert, da sich nur sehr kleine Kolben ausbilden konnten. Auch bei Getreide liege die Ertragsverluste bei bis zu 50 Prozent, mit entsprechenden Auswirkungen auf die Futterpreise und damit Geflügel- und Schweine haltende Betriebe.

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„Landwirte verkaufen Tiere, um Futter zu sparen, denn Geld können diese nicht fressen und Futter gibt es nicht genug“, so Landwirt Ralf Harms aus Ahrensdorf. Auch wenn die Tierhalter das Angebot einer Grundfutterbörse durch die Landwirtschaftskammer dankbar aufgreifen, es fehlt an Menge für die Winterfütterung der 89 474 Rinder im Ammerland. Aber auch bei den Pferde haltenden Betrieben sowie bei Schaf- und Ziegenhaltern sind die Grundfuttervorräte für die Wintermonate nicht ausreichend, zumal die Tiere bereits seit Wochen zugefüttert werden müssen, heißt es weiter vom Landvolkverband.

Sicher ist: Die Trockenheit hat die Landwirte extrem belastet. Sie hoffen jetzt auf ergiebigen Regen, damit auf den abgeernteten Getreide- und Maisflächen Ackergras eingesät werden kann. „Bei ausreichender Feuchtigkeit erfolgt eine rasche Keimung im warmen Boden, so dass eine Nutzung im Herbst die knappe Grundfutterversorgung aufbessern kann“, so Hoppe.

Viele Landwirte seien sich darüber im Klaren, dass die Landwirtschaft mit zunehmenden Witterungs-extremen und schwankenden Märkten leben muss. Sie sähen die Hilfszahlungen in der Höhe von zehn Millionen € für Niedersachsen insgesamt aber positiv. „Dieses Geld sollte jedoch unbürokratisch als Nothilfe an existenzgefährdete Betriebe ausgezahlt werden und keinesfalls nach dem Gießkannenprinzip“, erläuterte Manfred Gerken, erster Vorsitzender des Ammerländer Landvolkverbandes. Es könne für den Zukauf von Futter und die aufwendigen Transporte genutzt werden. Auch andere Liquiditätshilfen, bspw. eine frühzeitige Auszahlung von EU-Direktzahlungen oder eine vorübergehende Aussetzung der Tilgung von Krediten, könnten hilfreich sein.

Im Ammerland werden 1,6 Großtiere pro Hektar gehalten. „Das ist im Vergleich zu anderen Landkreisen, die teilweise bis zu drei Großtiere pro Hektar halten, relativ wenig, so dass auch die Betroffenheit der Betriebe durch die Futterverluste in anderen Regionen zum Teil höher ist“, so Hoppe. Insgesamt sei die Stimmung jedoch optimistisch, da als Folge der Futterknappheit mit steigenden Milch- und Getreidepreisen zu rechnen sei.

Anuschka Kramer Redakteurin / Redaktion Westerstede
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