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NWZonline.de Region Ammerland Wirtschaft

Ungewollt schwanger – und jetzt?

07.02.2018

Westerstede Schwanger – eine Nachricht, die für viele Frauen großes Glück bedeutet, doch bei anderen Panik auslöst, Ängste und Sorgen schürt. Hilfe bieten dann Schwangerenberatungsstellen, im Konfliktfall auch Schwangerschaftskonfliktberatungen. In Westerstede können sich Schwangere an die Diakonie wenden, die alle 14 Tage in der Apothekervilla, Gaststraße 4, eine Sprechstunde eingerichtet hat.

„Die Frauen, die zu uns kommen, sind meist zwischen 22 und 34 Jahre alt“, weiß Beraterin Sabine Schleppegrell. Nur selten seien sie mal jünger oder älter oder gar im Teenageralter. Neben Westerstede gibt es auch eine Beratung in Bad Zwischenahn, dem Hauptsitz der Diakonie im Landkreis Ammerland, sowie in Apen.

Die Frauen suchen die Beratungen aus unterschiedlichen Gründen und vor dem Hintergrund unterschiedlicher Probleme auf. Keine Situation ist vergleichbar. „Wir bieten nie Lösungen an, wir bieten Gespräche und Informationen“, betont Sabine Schleppegrell. Die Vertraulichkeit ist garantiert.

Bei wirtschaftlichen Sorgen und Problemen treten eher Themen wie gesetzliche Leistungen, so etwa Kinder- oder auch Elterngeld, und berufsrechtliche Fragen in den Fokus, bei sozialen Problemen vor allem Partnerschaft und Lebenssituation. Schlussendlich können über die Diakonie auch Mittel bei der Bundesstiftung „Mutter und Kind“ beantragt werden. Davon abgesehen unterhält die Diakonie eine eigene Babykleiderkammer, in der kleines Mobiliar, Kleidung und ähnliches ausgeliehen werden dürfen.

Ebenfalls zum Aufgabenspektrum der Beraterinnen gehört eine psychosoziale Betreuung von Frauen in Krisensituationen. Die Frauen werden bei Bedarf bis zum dritten Lebensjahr des Kindes unterstützt.

Was die Schwangerschaftskonfliktberatung betrifft, eben jene Beratung, die gemäß Paragraf 218 innerhalb der ersten zwölf Wochen zu einem Schwangerschaftsabbruch berechtigt: „Wir beraten auch dabei zum Leben hin“, umschreibt Sabine Schleppegrell ihre Aufgabe. Das sei vom Gesetzgeber so vorgesehen. Das Wohl des ungeborenen Kindes und das Wohl der Frau lägen gleichauf. Keinesfalls würden aber Entscheidungen abgenommen, es gelte, die Frauen bei der Entscheidungsfindung zu unterstützen. „In der überwiegenden Zahl der Fälle“, so weiß die Diakonie-Beraterin zu berichten, „haben die Frauen bereits schon vor der Beratung ihre Entscheidung gefällt, und das respektieren wir.“ Dennoch werde das Augenmerk auf eine ergebnisoffenes Gespräch gelegt, um alle Möglichkeiten aufzuzeigen. „Die Frauen müssen später mit ihrer Entscheidung leben, wie auch immer diese ausfällt.“ Deshalb sei es wichtig, alle Aspekte der Situation zu beleuchten.

Rund 250 Frauen nehmen pro Jahr insgesamt die Schwangeren- oder auch Schwangerenkonfliktberatung der Diakonie in Anspruch. Etwa ein Viertel davon, also etwa 60 Frauen, nutzen die Anlaufstelle in Westerstede für ein Gespräch. Nicht zu beziffern ist, wie viele dieser Gespräche wegen eines Abbruchs und wie viele wegen einer Beratung bei wirtschaftlichen oder sozialen Sorgen geführt werden.

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Landkreis Ammerland | Diakonie