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NWZonline.de Region Ammerland Wirtschaft

Museumsbahn Ammerland-Barßel-Saterland fährt weiter

30.10.2019

Westerstede Es wurde hart gerechnet, aber jetzt gibt es für die Museumseisenbahn Ammerland-Barßel-Saterland (MABS) immerhin eine Verschnaufpause: Die drohende Stilllegung ist vorerst abgewendet. Denn der Westersteder Stadtrat hatte in einer Sondersitzung am Montagabend am Ende beschlossen, den notwendigen Infrastrukturvertrag mit der Bahn abzuschließen. Dieser ist Voraussetzung dafür, dass der historische Triebwagen vom Lokschuppen auf das Schienennetz der Bahn fahren darf. Damit verbunden sind Kosten von rund 25 000 Euro jährlich. Allerdings rückt die Stadt nicht von ihrer Position ab, ihren Zuschuss für das laufende Jahr auf 2500 Euro und in den Folgejahren bis 2024 auf jeweils 5000 Euro zu begrenzen. SPD und UWG hätten sich ab 2021 einen höheren Zuschuss gewünscht, konnten sich aber im Rat nicht durchsetzen. Es wurde jedoch vereinbart, dass die finanzielle Beteiligung der Stadt 2021 nochmals thematisiert wird.

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Problem verschoben

Von weiteren Anliegergemeinden und Landkreisen gab es bislang nur eine verhaltene Bereitschaft, sich an einer Finanzierung zu beteiligen. Es liegen aber auch noch nicht alle abschließenden Entscheidungen vor. Sicher ist jetzt schon, dass eine große Finanzierungslücke klaffen wird. Deshalb hat sich der Museumseisenbahn-Verein in letzter Minute entschlossen, an seine Rücklagen zu gehen und das fehlende Geld selbst aufzubringen. „Wir haben 2017 die Köf mit den zwei Donnerbüchsen verkauft, um Geld für eine Überdachung zu haben. Denn der Lokschuppen ist zu klein für den kompletten dreiteiligen Schienenbus“, erklärt Vorsitzende Sabine Trumpf den Hintergrund. Das dafür zurückgelegte Geld soll nun eingesetzt werden, um die drohende Stilllegung abzuwenden. „Es sollen ja allein in diesem Jahr noch drei Fahrten stattfinden, darunter auch die Nikolaus-Tour. Wie sollten wir das denn den Kindern erklären, wenn diese Fahrt ausfallen würde?“ Mit der nun gefundenen Lösung sind immerhin alle anstehenden Fahrten gesichert und finden, wie angekündigt, statt. Es sind sogar noch Plätze frei.

Trotzdem ist der Verein mit der Situation nicht zufrieden und fühlt sich alleingelassen mit den immensen Kosten. Denn die aktiven Mitglieder arbeiten alle ehrenamtlich und bieten mit ihren Fahrten Einheimischen und Touristen ein attraktives Programm. „Wir fahren ja nicht für uns, sondern für andere“, erklärt Lokführer Helmut Boekhoff. Der Verein kümmere sich um Wartungen und Reparaturen, sagt Heinz Niebuhr. Neben den vielen Arbeitsstunden, die ehrenamtlich geleistet würden, fielen hohe Kosten für Ersatzteile an. „Allein eine Hauptuntersuchung kostet rund 30 000 Euro.“ Diese war jetzt erst einmal zurückgestellt worden, weil der Verein nicht wusste, ob es für ihn eine Zukunft gebe. Jetzt wird im Lokschuppen mit Hochdruck geschraubt und geschmiert, um den Motorwagen darauf vorzubereiten. Für anstehende Fahrten hat ein befreundeter Verein Ersatz bereitgestellt.

„Eine andere Entscheidung des Rates wäre uns lieber gewesen, so dass wir nicht an unsere Reserven gehen müssten“, erklärt Sabine Trumpf. Der Verein sei nun aber froh, dass es überhaupt weitergehe und hoffe darauf, im kommenden Jahr eine Lösung für die Finanzierung zu finden.

Kerstin Schumann Redakteurin / Redaktion Westerstede
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