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NWZonline.de Region Ammerland Wirtschaft

So viel Greta steckt im Landkreis

16.08.2019

Westerstede Elektroautos, Stromtankstellen, Ausbau des Radwegenetzes – es gibt etliche Projekte im Westersteder Kreishaus. Hier die wichtigsten im Überblick.

E- und Gas-Dienstwagen

„Jedes dritte unserer Dienstfahrzeuge hat inzwischen einen alternativen Antrieb. Bei insgesamt 25 Fahrzeugen halten wir fünf Elektrofahrzeuge sowie drei Fahrzeuge mit Erdgasantrieb vor“, sagt der Erste Kreisrat Thomas Kappelmann. Das bereits vor sechs Jahren beschlossene Klimaschutz- und Energiekonzept habe man deutlich übererfüllt.

Die anfängliche Befürchtung einiger Mitarbeiter, die Reichweite sei zu gering, habe sich nicht bestätigt, berichtet Fuhrparkleiter Sascha Eden. Aufgeladen werden die Elektrofahrzeuge an Ladestellen in der Tiefgarage des Kreishauses. Die Stromtankstelle vorm Gebäude ist Besuchern und Mitarbeitern vorbehalten. Mit Erdgas fährt übrigens auch ein „Blitzerfahrzeug“.

Mehr als zehn Tonnen CO2 spart der Landkreis mit seinen E- und Gas-Fahrzeugen pro Jahr.

Ladesäulen

Seit 2015 gibt es vor dem Kreishaus zwei öffentliche Ladesäulen. Die Zahl der Ladevorgänge hat sich bis zum letzten Jahr verfünffacht. Für manchen Mitarbeiter waren die Säulen auch ein Grund, auf E-Autos oder Hybride umzusteigen.

In Westerstede gibt es inzwischen 16 weitere Ladepunkte – an der Ammerland-Klinik, bei der EWE, bei BMW Freese, dem Autohaus Wolkenhauer, der LzO, Elektro Coldewey sowie bei Edeka.

LED-Beleuchtung

Der Landkreis Ammerland setzt bei seinen kreiseigenen Gebäuden auf LED-Leuchten und kann seinen Beitrag zum Klimaschutz Schwarz auf Weiß belegen. „Bei einer angenommenen täglichen Nutzung von rund vier Stunden pro Leuchtmittel liegt die Gesamteinsparung pro Jahr bei 56 400 Kilowattstunden. Dadurch wird der CO2-Ausstoß um jährlich 25 Tonnen reduziert“, stellt Kappelmann fest und freut sich gleichzeitig über den Nebeneffekt einer niedrigeren Stromrechnung.

Da eine LED-Leuchte im Vergleich zur klassischen Glühbirne einen um 80 Prozent geringeren Stromverbrauch aufweist, werden neue Gebäude – wie das neue Bildungs- und Beratungszentrum Am Esch in Westerstede – konsequent damit ausgestattet. Im Altbestand werden sukzessive die vorhandenen Leuchten ausgetauscht.

„Da die LED–Leuchten für eine vergleichbare Lichtausbeute deutlich weniger Leistung benötigen, konnte die bisherige Gesamtleistung von mehr als 64 000 Watt bei der herkömmlichen Beleuchtung auf jetzt nur noch rund 24 000 Watt durch die neue Technik reduziert werden“, berichtet Ralf Vatterodt, Bautechniker der Immobilienbetreuung des Landkreises. „Durch diese erhebliche Senkung des Stromverbrauchs haben sich die höheren Anschaffungskosten für LEDs schnell amortisiert.“

Blockheizkraftwerke

Ein hocheffizientes Blockheizkraftwerk (BHKW) macht es möglich: Das neu gebaute Bildungs- und Beratungszentrum Am Esch benötigt nur annähernd die Hälfte der Primärenergie, die ein vergleichbarer Neubau mit herkömmlicher Heiztechnik verbraucht.

Blockheizkraftwerke nutzen die bei der Stromerzeugung anfallende Wärme für Heizung oder Warmwasser. Durch die Verwertung von Strom und Wärme lassen sich mit einem Blockheizkraftwerk im Vergleich zur getrennten Erzeugung deutlich höhere Gesamtwirkungsgrade erreichen.

Im Bildungs- und Beratungszentrum ist eine ganz besondere Anlage in Betrieb, erläutert der Architekt der Immobilienbetreuung des Landkreises Ammerland, Andreas Martin. „In der Anlage wird Gas aus dem Leitungsnetz der EWE verbrannt, um daraus den benötigten Strom sowohl für den Neubau als auch für das ebenfalls auf dem Grundstück angesiedelte ehemalige Gebäude der Landwirtschaftsschule – heute Sitz der KVHS Ammerland – zu erzeugen. Gleichzeitig wird die Abwärme aus diesem Prozess genutzt, um die beiden Gebäude zu beheizen. So schlagen wir gleich zwei Fliegen mit einer Klappe!“, freut sich Andreas Martin.

Aber die Anlage im Keller der ehemaligen Schule kann noch mehr: Hier steht nämlich auch ein Stromspeicher der EWE, der den am Wochenende und außerhalb der Dienstzeiten erzeugten Strom sowohl aus dem BHKW als auch aus der auf dem Dach des Neubaus installierten Photovoltaikanlage speichern kann. Bei Bedarf wird der Strom für den laufenden Betrieb genutzt oder in das Netz der EWE eingespeist, also eine überaus effiziente Form der Energienutzung.

Gute Erfahrungen hatte der Landkreis bereits mit dem Blockheizkraftwerk gesammelt, das im Herbst 2013 an den Berufsbildenden Schulen (BBS) in Rostrup in Betrieb gegangen ist. Im vergangenen Jahr wurden allein 17 000 Kilowattstunden in das öffentliche Stromnetz eingespeist.

Photovoltaik

„Die Photovoltaikanlage auf dem Kreishaus hat im Jahr 2018 mit einer Einspeisung von mehr als 29 700 Kilowattstunden in das öffentliche Stromnetz das beste Ergebnis seit ihrer Inbetriebnahme im Jahr 2006 erreicht“, sagt Henning Lütjelüschen, Verwaltungsleiter des Eigenbetriebes Immobilienbetreuung. Zu verdanken ist das dem Ausnahmesommer 2018.

Insgesamt sind auf drei Dachabschnitten des Kreishauses 174 Module mit einer maximalen Gesamtleistung von knapp 30 Kilowattstunden installiert worden. Auch nach mehr als zwölf Jahren Betrieb liegt die tatsächliche Leistung der Anlage dabei weiterhin oberhalb der kalkulierten Leistung. „Dass die Anlage nach wie vor technisch einwandfrei funktioniert und keinerlei Leistungseinbußen zeigt, ist außerordentlich erfreulich“, sagt Detlev Fricke-Varban, Architekt beim Eigenbetrieb Immobilienbetreuung. Ein weiteres wichtiges Argument war der verminderte Ausstoß von CO2: Bis Mitte 2019 wurden mit dieser Anlage mehr als 250 Tonnen eingespart.

Radwege

Für eine vorbildliche Radwegeinfrastruktur hat sich der Landkreis schon frühzeitig in den Sattel geschwungen: Bei einer Fläche von 730 Quadratkilometern gibt es 2000 Kilometer ausgewiesene Radwege. Ein großer Teil davon, nämlich 1200 Kilometer, entfallen auf die 20 touristischen Themenrouten.

600 Kilometer sind Radwege unter anderem an Landes, Bundes- und Gemeindestraßen, und fast 200 Kilometer sind Radwege an Kreisstraßen, so dass inzwischen fast 80 Prozent aller Kreisstraßen im Ammerland mit begleitenden Radwegen ausgestattet sind.

Um insbesondere die überörtlichen Radverkehrsbeziehungen, aber auch den immer stärker werdenden Bereich des Fahrradtourismus zu verbessern, hat der Kreistag zahlreiche Neubauvorhaben auf den Weg gebracht. „Wir haben für 6,3 Millionen Euro an insgesamt sechs Kreisstraßenabschnitten komplett neue Radwege gebaut“, berichtet Kappelmann. 18 neue Radweg-Kilometer sind auf diese Weise entstanden, so dass die Gesamtlänge der Radwege an Kreisstraßen inzwischen genau 194 Kilometer beträgt.

„Den Anfang hat der Radweg von Hollriede nach Tarbarg gemacht, der 2014 fertiggestellt wurde. 2016 folgte der Radweg von Ihausen nach Westerloy“, erklärt Ingrid Meiners, Leiterin des Stra-ßenverkehrsamtes. Nachdem der Landkreis Friesland bereits im Jahr 2015 den Radweg von Goelriehenfeld bis zur Kreisgrenze einweihen konnte, wurde der Lückenschluss auf Ammerländer Gebiet zwischen Linswege und der Kreisgrenze 2017 vollzogen. Von Tarbarg nach Halsbek kann seit 2018 auf dem neuen Radweg gefahren werden. 2019 können sogar zwei Teilabschnitte eingeweiht werden, deren Breite erstmals im Ammerland 2,50 Meter beträgt.

Jasper Rittner Redaktionsleitung / Redaktion Westerstede/Oldenburg
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