• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Ammerland Wirtschaft

Pilot-Projekt nach Schlaganfall

22.12.2017

Westerstede 650 Schlaganfälle gibt es im Ammerland jedes Jahr. Das ist fast jeder 200. Einwohner. Doch nicht nur für den Patienten, auch für seine Angehörigen und das Umfeld bedeutet ein Schlaganfall oft eine völlige Umstellung des Tagesablaufs und des bisherigen Lebens.

Die Notfallversorgung für Schlaganfallpatienten im Ammerland ist eine der modernsten überhaupt in Deutschland. Vor einem Jahr wurde die neue Stroke-Unit (Stroke ist englisch für Schlaganfall) an der Ammerland-Klinik eröffnet. Elf Betten gibt es dort, 5,7 Millionen Euro hat der Stationsausbau gekostet. Die Stroke-Unit hat nicht nur für das Ammerland eine enorme Bedeutung, sie ist auch mit 1300 Patienten das Schlaganfall-Zentrum für die umliegende Region.

Doch was passiert nach der Akutversorgung und der Reha, wenn der Patient wieder zuhause ist? Das Ärztenetz Plexxon und die Ärztegenossenschaft Niedersachsen-Bremen haben dazu eine Studie mit Hausärzten aus dem Ammerland gemacht. „Wir haben festgestellt, dass die Kommunikation zwischen Arzt, Patient, Angehörigen, Reha-Einrichtungen und Klinik im Alltag nicht immer ideal funktioniert“, sagt Dr. Andreas Rühle, Geschäftsführer der Ärztegenossenschaft.

Wie klappt es mit der Umstellung der Ernährung nach dem Schlaganfall? Hört der Patient mit dem rauchen auf? Fängt er an Sport zu treiben? Klappt es mit der Medikation? Wie kommen die Angehörigen mit der Situation klar? All das kann ein Hausarzt mit voller Praxis nur schwer mit einem einzelnen Patienten nachhalten. Da wundert es nicht, dass viele Menschen nach einem Schlaganfall nur schwer wieder auf die Beine kommen. „Die Re-Infarkt-Quote liegt bei 25 Prozent“, sagt Rühle.

Ein anderes Problem sind Depressionen, die viele Patienten bekommen, weil soziale Kontakte nach dem Schlaganfall wegbrechen oder die berufliche Situation unklar ist oder sogar eine Frühverrentung droht. Betroffen sind auch oftmals pflegende Angehörige. „Hier ist ein Burn-out keine Seltenheit“, so Rühle.

Was kann man dagegen tun? Die Ärztegenossenschaft und das Ärztenetz Plexxon haben (unterstützt von der Deutschen Schlaganfallhilfe) ein Konzept zur ambulanten, nachstationären Betreuung entwickelt. „Die ersten Patienten in Westerstede haben wir bereits angeschrieben“, sagt Paul Kathmann, ärztlicher Geschäftsführer von Plexxon.

Im Gegensatz zu früher bekommen Patienten, die in das Projekt passen, eine Lotsin an die Hand. Die koordiniert all die Fragestellungen, die sich nach der Schlaganfall-Reha ergeben. Zusammen mit dem Hausarzt und der Klinik entwickelt die Betreuerin ein individuelles Programm für den Patienten. „Sie macht auch Hausbesuche und schaut, wie die private Situation ist, wo noch Hilfen notwendig sind“, sagt Kathmann. Und sie motiviert die Patienten, ihren Alltag umzustellen, das Rauchen aufzugeben oder die Ernährung zu ändern.

Eine erste Patientin wird bereits in Westerstede betreut, weitere sollen nun folgen. Finanziert wird das Projekt zunächst von der Ärztegenossenschaft, die in Vorleistung geht. „Wir hoffen, dass wir bald auch Verträge mit Krankenkassen abschließen können“, sagt Rühle. Denn nicht nur der Patient profitiere von der individuellen Betreuung, auch die Kosten für Kassen und Rentenversicherungen würden durch die bessere Rehabilitation deutlich gesenkt.

Alles zum Thema Gesundheit finden Sie hier!

NWZonline.de/gesundheit
Alles zum Thema Gesundheit finden Sie hier!

Jasper Rittner Redaktionsleitung / Redaktion Westerstede/Oldenburg
Rufen Sie mich an:
04488 9988 2601
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.