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NWZonline.de Region Ammerland Wirtschaft

„Widersprüchliches Verhalten macht SPD unglaubwürdig“

16.06.2014

Edewecht Die Edewechter Grünen haben die Edewechter SPD kritisiert, die sich dafür stark macht, dass bei Mindestabständen von Windkraftanlagen und Wohnhäusern gleiche Regelungen für Ortschaften und die Außenbereiche berücksichtigt werden. in der Ammerländer Windpotenzialstudie, die Kreistag und Räte verabschiedeten, ist man von unterschiedlichen Abständen ausgegangen. Man frage sich schon, ob die SPD-Abgeordneten geschlafen hätten,als die Windkraftpotenzialstudie und das Klimakonzept im Kreistag und seinen Ausschüssen beraten wurden, heißt es in einer Grünen-Pressemitteilung.

„Fragen tauchen auf“

Das widersprüchliche Verhalten der SPD im Landkreis und im Edewechter Rat mache sie unglaubwürdig; die SPD beteuere Verfechter der Energiewende zu sein, ihre Verhalten zeuge allerdings vom Gegenteil und werfe Fragen auf. Eine Erweiterung der Abstände für Windkraftanlagen im Außenbereich würde bedeuten, dass in der Gemeinde Edewecht keine weiteren Windkraftanlagen mehr gebaut werden könnten und Edewecht seinen Beitrag zum Ammerländer Klimakonzept nicht erfüllen könne. Damit wäre dieses auch für den gesamten Landkreis gefährdet.

Ferner weisen die Grünen darauf hin, dass viele Argumente der Windkraftgegner auf sehr veralteten Informationen beruhten, die für moderne Anlagen nicht mehr gelten würden. Zum Thema Schattenschlag sei z.B. immer wieder die Rede davon, dass Anwohner in der Nähe von Windkraftanlagen von einem ständig rotierenden Schatten der Flügel terrorisiert würden. Nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz dürfe der Schattenwurf von Windenergieanlagen nicht länger als 30 Stunden pro Jahr und nicht länger als 30 Minuten am Tag auf ein Wohnhaus wirken. Viele Anlagen hätten Einrichtungen, die die Anlagen anhielten, sofern ein solcher Wert erreicht würde. Bei modernen Anlagen mit nicht reflektierenden, matten Oberflächen gäbe es auch keinen Disko-Effekt, der früher von Licht von Lichtreflexen auf glänzenden Rotorenoberflächen herrührte.

„Weniger Gefahren“

Zur „Hindernisbefeuerung“, die Anlagen über 100 Meter zum Schutz des Flugverkehrs haben müssten, führen die Gründen aus, dass zur Zeit radargesteuerte Lichter entwickelt würden, die nur leuchteten, wenn sich ein Flugobjekt in der Nähe befände. Was die Schallbelastung beträfe, so hätten moderne Anlagen in 500 Metern Entfernung nur einen Schalldruckpegel von 42 dB. In 600 Metern Entfernung (dieser Wert soll für den Außenbereich gelten) entspräche der Schalldruckpegel fast den für allgemeine Wohngebiete zulässigen Wert von 40 dB. Unterschritten werde in jedem Fall der Wert eines Mischgebietes, wie z.B. der Edewechter Ortsdurchfahrt, von 45 dB.

Immer wieder werde auch mit krank machenden Infraschall durch Windkraftanlagen argumentiert, heißt es ferner in der Grünen-Mitteilung. Dieser sei jedoch im Innern ein fahrenden Autos um ein Vielfaches höher. Eine Gefährdung bzw. Belästigung der Menschen, die mindestens 500 Meter von Anlagen entfernt wohnten, sei, so heißt es in Studien, nicht zu erwarten. Brände von Anlagen durch Hydrauliköl seien, wird zudem ausgeführt, nicht möglich, da sie ohne Öl arbeiteten. Moderne Anlagen verfügten auch über eine Eiskennung, stoppten dann und könnten nur von Hand wieder in Betrieb gesetzt werden.

Doris Grove-Mittwede Redakteurin / Redaktion Westerstede
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