• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Ammerland Wirtschaft

Diese Aussicht ist bald Geschichte

10.10.2017

Barßel /Tange /Detern An sonnigen Herbsttagen ist es das Erholungsgebiet im Nordkreis – die Gegend um den Barßeler Bootshafen entlang des Barßeler Tiefs. Nicht nur für die Menschen, auch für die Natur spielt das Gebiet mit zahlreichen Biotopen und Schilfgürteln eine wichtige Rolle. Doch mit einer ganz naturbelassenen Aussicht Richtung Ostfriesland ist bald Schluss. Auf dem Gebiet der Gemeinde Detern (Landkreis Leer) direkt hinter dem Barßeler Tief beim Weiler Scharrel entsteht zur Zeit der neue Windpark Detern. Insgesamt werden hier sechs Windkraftanlagen gebaut.

Bedrohung für Vögel

Schon im November 2014, als die Planungen im Landkreis Leer auf den Tisch kamen, bekundete die Gemeindeverwaltung ihren Unmut. „Wir verfassten direkt eine Stellungnahme, da die rund 200 Meter hohen Anlagen vom Boothafen aus gut zu sehen sind und den touristischen Charakter des Erholungsgebiet gefährden“, sagt Hans Schulte aus dem Bauamt. Doch auch die Tierwelt brachte die Gemeinde in weiteren Stellungnahmen als Argument gegen den Windpark an. „Die Weißstörche von der Barßeler Mühle suchen in der Nähe des Barßeler Tiefs ihre Nahrung. Und auch der gefährdete Seeadler ist schon öfter dort gesichtet worden“, so Schulte. Seltsamerweise hätte ein ähnliches Monitoring des Landkreises Leer diese Tierarten dort nicht entdeckt. „Merkwürdig ist auch, dass die Samtgemeinde Jümme, der Detern angehört, den Flächennutzungsplan für das Gebiet geändert hat, obwohl die Änderung des Regionalen Raumordnungsprogramms nicht nicht in Kraft getreten war“, so Schulter weiter. Auch zahlreiche Anwohner in Barßel wandten sich mit Sorge an die Gemeinde. Klage gegen den Bau erhob die Gemeinde jedoch nicht.

Gegenwind aus Tange

Die kommt aber aus anderer Richtung. Auch die Ortschaft Tange (Gemeinde Apen, Landkreis Ammerland) grenzt direkt an den neuen Windpark. Durch die kleine Ortschaft rollte auch in der Nacht zu diesem Dienstag wieder ein Schwertransport mit Bodenelementen der Windräder, die vom C-Port in Sedelsberg zur Baustelle gebracht wurden.

Das stört nicht nur die Anwohner, sondern auch eine Bürgerinitiative. „Der Investor des Windparks handelt auf einer rechtsunsicheren Grundlage“, sagt Monika Oetje-Weber, eine der Sprecherinnen der Bürgerinitiative (BI) Apen/Kammersand, der auch Einwohner aus Tange angehören. Die Genehmigung für den Windpark in Detern, die der Landkreis Leer erteilt habe, entspräche aus Sicht des Natur- und Umweltschutzes nicht den gesetzlichen Vorschriften des Naturschutzrechts.

Für den Windpark Detern sei keine Umweltverträglichkeitsstudie erstellt worden. Deshalb habe der Landesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz Niedersachsen, zu dem auch die BI Apen/Kammersand gehört, Klage gegen den Landkreis Leer als Genehmigungsbehörde beim Verwaltungsgericht Oldenburg eingereicht. „Wir wissen, dass eine Klage beim Gericht eingereicht worden ist, die Begründung kennen wir noch nicht“, erklärte auf Anfrage Jens Stöter, Pressesprecher des Landkreises Leer. Bauherrin des Projekts ist die Planungs-GmbH & Co KG InnoVent aus Varel. „Wir bauen weiter“, sagt Thorsten Walther, Projektleiter für den Windpark Detern bei InnoVent. „Beim Landkreis Leer hat es ein fundiertes Verfahren und intensive Prüfungen gegeben, wir haben eine Genehmigung für den Windpark erhalten.“

Kritk an Gemeinde Apen

Kritisiert wird von Seiten der BI Apen/Kammersand auch die Gemeinde Apen. „Vergangene Woche rasten nahezu im Minutentakt Lastwagen mit Beton über die Tanger Hauptstraße zur Windpark-Baustelle und anschließend leer zurück. Für Fußgänger und Radfahrer ist kein Platz mehr. Es ist schon ein starkes Stück, was Bürgermeister Huber den Tangern zumutet“, kritisiert die BI Apen/Kammersand. Unfassbar sei es, dass sogar eine Brücke am Französischen Weg für die Transportfahrzeuge zum Windpark abgerissen worden sei und neugebaut werde, und dann der Verkehr doch durch die Gemeinde Apen führe, nur weil die Brücke nicht rechtzeitig fertiggestellt wurde.

„Der Investor des Windparks entschädigt die Gemeinde für mögliche Straßenschäden“, sagt Apens Bürgermeister Matthias Huber, der auf Nachfrage erklärte, dass die Gemeinde eine fünfstellige Summe vom Investor erhalte. Das Ganze habe sich die Gemeinde durch Bankbürgschaften absichern lassen.

Heiner Elsen Friesoythe / Redaktion Münsterland
Rufen Sie mich an:
04491 9988 2906
Doris Grove-Mittwede Redakteurin / Redaktion Westerstede
Rufen Sie mich an:
04488 9988 2605
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.