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NWZonline.de Region Ammerland Wirtschaft

Wo Kunden umgarnt werden

03.04.2014

Westerstede Das letzte Mal, dass ich eine Sticknadel und das entsprechende Garn in der Hand hatte, ist 35 Jahre her. Damals – als Teenager – „beglückte“ ich mit Miniatur-Stickbildern meine Großmutter und die Patentanten. Nun stehe ich wieder vor Leinenstoffen, die sich für Kreuz-, Plattstich und Co. eignen, und seidig glänzenden Garnen in allen Farbschattierungen. Karin Hobbensiefken lächelt mich an. Nein, ich werde mich nicht wieder daran versuchen. Ich bin nicht mehr geduldig ­genug für die feinen Sticheleien.

Karin Hobbensiefken führt in einem Wohngebiet in Westerstede die „Handarbeitsboutique“. Für ihr Sortiment in Sachen Sticken, das auch Fachbücher und Vorlagen umfasst, kommen Kundinnen aus dem gesamten Nordwesten an die Azaleenstraße.

Ich habe mich nach längerer Handarbeitspause aufs Stricken verlegt. Am liebsten produziere ich Socken. Das geht schön schnell und macht Spaß. Gerade mit den modernen Wollsorten, die ein hübsches Muster zaubern. Auch hier hat die 63-Jährige manches Knäuel anzubieten. Ganz zu schweigen von dem Baumwollgarn für Topflappen, den edleren Qualitäten für Pullover und Jacken oder dem bunten Material für angesagte Häkel-Mützen. Selbstgemachtes liegt im Trend. „Weil es etwas Besonderes, Einzigartiges ist“, sagt Karin Hobbensiefken.

Als sie ihr Geschäft vor mehr als 30 Jahren eröffnete, erlebte die Republik schon einmal einen Handarbeitsboom. „Damals existierten in Westerstede sechs Läden dieser Art“, erinnert sich die gelernte Damenschneiderin. Weil es in der Innenstadt nichts gab, das sie hätten anmieten können, entschlossen sich Karin Hobbensiefken und ihr Mann, ihr neues Haus so zu bauen, dass ein Geschäft integriert werden konnte. „Mein Arbeitsweg beträgt vier Meter über den Flur.“ In den 80er Jahren, als die Kinder klein waren, war das sehr praktisch.

Karin Hobbensiefken schaut auf die sich öffnende Ladentür. Freundlich und mit Namen wird die Eintretende begrüßt. Für ihren Enkel will die Frau Schühchen stricken. Diverse Knäuel werden aus den Regalen geholt, bis die Entscheidung auf eine tweet­ähnliche Ware fällt. Nebenher informiert sich die Kundin über ein Strickstück, das auf dem Tresen liegt. „Das wird ein Loopschal“, sagt Karin Hobbensiefken. Sie erklärt das Muster, das effektvoll aussieht, aber nicht schwer nachzumachen ist. Die Kundin darf sogar ein paar Maschen nadeln.

„Beratung ist unsere Stärke. Dass meine Mitarbeiterin und ich zum Beispiel Vorlagen auf die jeweilig benötigte Pulligröße umrechnen können oder etwas vormachen.“ Die 63-Jährige, die eine Strickgruppe in der Apothekervilla gegründet hat, kramt eine Schachtel hervor. Darin liegen Wolle, Garn und Nadeln für Probestücke. Und darin liegt Leinenstoff, der mit einigen Kreuzstichen verziert ist. Ich könnte es ja mal wieder versuchen . . .

Kerstin Buttkus
Redakteurin
Redaktion Westerstede
Tel:
04488 9988 2603

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