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NWZonline.de Region Ammerland Wirtschaft

Ihre Tomatensoße kommt ganz groß raus

12.10.2016
NWZonline.de NWZonline 2016-10-12T10:49:04Z 280 158

Manufaktur In Rastede:
Ihre Tomatensoße kommt ganz groß raus

Rastede Tomatensoße hat Elena D’Alessandro schon als Kind gerne eingekocht. Acht Wochen pro Jahr war sie im Sommer zur Tomatenzeit in Italien, in Nardò, ihrer Heimat im Süden Apuliens. „Von früh bis spät standen wir in der Küche und haben die Tomaten bearbeitet“, erzählt die heute 40-Jährige.

Mit ihrem Mann Stephan Mätzschke (41) hat sie sich jetzt in Rastede selbstständig gemacht. Aus einer kleinen Manufaktur in der Alten Molkerei an der Raiffeisenstraße wollen die beiden den Geschmack Apuliens in die deutschen Supermarktregale bringen – mit ihrer Marke „Nonna Elena“. Nonna ist das italienische Wort für Großmutter, Elena war auch der Vorname von Elena D’Alessandros’ Oma.

Bei einem Apulien-Besuch im Sommer 2014 kam das alte Rezeptbuch der verstorbenen Großmutter auf den Tisch. Innerhalb von Sekunden fiel die Entscheidung. „Ich möchte Tomatensoßen herstellen“, erinnert sich Elena D’Alessandro.

Beschwerlicher Weg

Aus einem Passfoto der Nonna wurde das Logo entwickelt. Dann ließen sie „Nonna Elena“ als Marke eintragen. Es folgte ein langer und beschwerlicher Weg. „Von Lieferanten wird man schnell mal als Hausfrauengruppe abgetan“, sagt Mätzschke.

Doch produzieren wollten beide nur mit sonnengereiften, italienischen Tomaten. Als endlich ein Lieferant gefunden war, ging es los. „In der heimischen Küche haben wir angefangen, die Rezepte nachzukochen“, erzählt Mätzschke, der gebürtig aus Halle an der Saale stammt und seit 2002 in Oldenburg lebt. Als dann Verpackung und Etikett gewählt waren, gingen die beiden auf die Suche nach geeigneten Räumen und einer Küche.

In der Alten Molkerei wurden sie fündig. Wo einst Milchprodukte hergestellt wurden, richteten die beiden ihre Firma ein. Im Mai dieses Jahres kochten die beiden die ersten Muster. „Anfangs haben wir die Etiketten noch per Hand auf die Gläser geklebt“, sagt Mätzschke.

Auf einem Symposium für Essen und Trinken in München stellten sie ihre Idee vor. Große Supermarktketten hatten Interesse. Und da war klar: „Nebenbei können wir das nicht machen“, sagt Mätzschke. Sie entwickelten einen Businessplan, kauften einen 400 Liter Kessel, in dem die Soße zubereitet wird, eine Verschlussmaschine und eine Abfüllanlage.

Drei Geschmacksrichtungen bietet die kleine Manufaktur an: klassische Tomatensoße, eine mit Basilikum verfeinerte und „italienisches Feuer“ mit Chilis. Gemeinsam haben alle Sorten: „Sie sind vegan, glutenfrei und ohne Zusatzstoffe hergestellt“, betont Mätzschke.

In der kleinen Manufaktur wird auf echte Handarbeit gesetzt. Die Tageskapazität liegt bei 800 bis maximal 1000 Gläsern. Vier Gläser können gleichzeitig abgefüllt werden. Das Basilikum beispielsweise wird frisch im Topf geliefert. „Die Blätter zupfen wir dann von Hand“, sagt Mätzschke.

Am 1. September eröffneten sie in der Alten Molkerei ein Büro und einen kleinen Werksverkauf. „Das war der erste große Schritt für uns“, sagt Mätzschke.

Bestellung aus Berlin

In Annika Holtmann wurde eine Mitarbeiterin eingestellt, die nicht nur im Büro tätig ist, sondern auch mal bei der Zubereitung hilft. „Ich habe auch schon Basilikum gezupft“, erzählt sie. Perspektivisch wollen Stephan Mätzschke und Elena D’Alessandro weitere Arbeitsplätze schaffen.

Unterstützung könnten sie bald brauchen. Gerade ist die erste Großbestellung eingegangen. Eine Supermarktkette aus Berlin hat 16 000 Gläser Tomatensoße bestellt.