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NWZonline.de Region Ammerland Wirtschaft

Wagen Im Ammerland: Vor 100 Jahren für Zirkusclowns – jetzt Airbnb

15.04.2017

Haarenstroth Das Auto wackelt über einen Feldweg hinein in den Wald, ein Schild warnt vor Elchen. An einem kleinen Häuschen angekommen, hört man nur noch die Bäume knatschen und die Vögel zwitschern – und schnattern? Rund 50 Gäste sind so im vergangenen Jahr über die Online-Plattform „Airbnb“ zu Nina Grüther gekommen.

„Airbnb“ ist eine Online-Plattform, auf der Privatleute ihren Wohnraum für ein oder mehrere Nächte vermieten. Im Ammerland gibt es rund 200 solcher Angebote. Zwischen 21 und 65 Euro kosten die Unterkünfte pro Nacht. Sie locken mit schöner Aussicht auf den Bad Zwischenahner Jachthafen, mit zentraler Lage in Westerstede oder dem eigenen Badezimmer.

Worauf muss ich bei „Airbnb“ achten?

Art der Unterkunft: Handelt es sich um gemeinsamen Wohnraum, bucht man ein Privatzimmer oder gar die ganze Unterkunft?

Vertrauen: Sowohl Anbieter als auch Gäste müssen ein Profil erstellen, um sich dort vorzustellen.

Bewertung: Viele Gäste vergeben nach ihrem Aufenthalt Punkte für einzelne Kriterien wie Sauberkeit und Check-in.

Bei Nina Grüther heißt es „Besonders wohlfühlen ganz im Grünen“. Und damit hat sie nicht zuviel versprochen: 4000 Quadratmeter Garten erwarten die Reisenden. Und den teilen sie sich mit zwei Enten, die einem gelegentlich hinterherwatscheln. Elche gibt es zwar nicht, dafür bekommt sie regelmäßig Besuch von anderen Waldbewohnern. „Ah“, ruft die 45-Jährige, als sie Spuren im Beet entdeckt, „die Rehe waren wieder da“. Es gibt viele leckere Sitzplätzchen, zum Beispiel die Hollywood-Schaukel unter dem Apfelbaum oder den Grillplatz mit großer Feuerstelle.

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Einfach zu viel Platz

Seit einem Jahr vermietet die studierte Heilpädagogin nun über Airbnb. Seit dem Auszug ihres Sohnes hat sie einfach zu viel Platz. Neben dem Zirkuswagen bietet sie auch Zimmer im Haus an: 23 Euro für eine Übernachtung.

Der blaue Zirkuswagen steht mitten in einem Heilkräutergarten, und der ist Grüthers ganze Leidenschaft. Darin hegt und pflegt sie über 200 verschiedene Sorten. In einer „Fengshui-Ecke“ pflanzt sie asiatische Kräuter. Großen Wert legt sie auf historische Kohl- und Gemüsesorten.

In Holzschuhen stiefelt sie die kleine Treppe hoch. Das Zimmer ist mit einem großen Bett ausgestattet, einer Spülküche und einem Ofen. „Wer kann“, betont Grüther, „kann hier auch Feuer machen.“ Oberlichter und Fenster lassen viel Tageslicht hinein – vor dem Fenster ein Schaukelstuhl. In den Schränken verstaut sie Geschirr, die Kinderschuhe ihres Sohnes sind ein Blickfang auf dem Regal.

Und wo macht man, nun ja, sein Geschäft? „Es gibt ein Klohäuschen“, erklärt Grüther und präsentiert die Toilette. Sie nimmt den Deckel hoch – wie bei einem Kochtopf – und siehe da: Ein viereckiges, gar nicht tiefes Loch in der Erde kommt zum Vorschein. „Wird aber selten benutzt.“

Gäste kommen gezielt

Der Zirkuswagen habe einer Clowns-Familie gehört, berichtet Grüther. Er müsse etwa Hundert Jahre alt sein. Die Überreste eines fröhlich bunten Trallalas sind erkennbar an den roten, orangen, türkisen und grünen Lackschichten, die teilweise unter dem Blau zu sehen sind. Und der dicke Eisenring? „Da hielt man damals vermutlich die Ziegen“, munkelt Grüther und grinst, „oder einen Tanzbären?“

Für 2000 Mark kaufte sie den Wagen vor 26 Jahren. Die 17 Quadratmeter bewohnte sie als junge Studentin selber drei Jahre lang. „Anfang der 90er, da gab es eine Wagenszene im Ammerland, die ländlich und romantisch ambitioniert war“, erzählt sie, „so wollte ich auch leben“. Im Sommer übernachtet sie noch immer gerne im Wagen.

Genau das suchen ihre Gäste, sie kommen gezielt an diesen abgelegenen Ort, um sich zu entspannen. War vor Hundert Jahren noch die Clowns-Familie auf der Durchreise, kommen jetzt Franzosen, Spanier und Holländer. Fest steht: Der Zirkuswagen wird sich wohl nicht wieder von hier fortbewegen.

Nina Janssen Volontärin, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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