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NWZonline.de Region Ammerland Wirtschaft

NWZ-SERIE: Zur Reparatur auf Matratzen umgelegt

07.08.2009

RASTEDE „Alles begann im November 1981. Als 17-jähriger angehender Maschinenschlosser, der nach einiger Schrauberei an Fahrrädern und Mofas im 2. Lehrjahr die Volljährigkeit inkl. Führerschein Klasse 1 und 3 in Sicht hatte, war die Infektion bereits voll vorangeschritten, was die Begeisterung für altes Eisen auf zwei und auch vier Rädern anging.

Bald musste nun der fahrbare Untersatz für die große Freiheit mit 18 beschafft werden. Und da war dieser alte Nachbar an der Mühlenstraße, dessen Anwesen samt Inhalt vor lauter Brennnesseln und verwilderten Sträuchern vor Einblicken uneinsehbar war und die Erzählungen über die Zustände von Mensch und Haus auch nicht gerade zum ’mal eben Klingeln’ ermutigten.

Aber es wurde von einem alten Goggo berichtet, der da irgendwo noch im Hühnerstall stehen müsste, und da die Neugier auf eine derartige Geschichte siegte, stand ich dann eines Tages vor der Haustür des Einsiedlers. Nach einem kurzen Gespräch, bei dem der Alte irgendwie durch das Interesse eines Jugendlichen an solch altem Kram beeindruckt schien, war dann Nachbar Georg zum Verkauf des Wagens samt Zubehör für wenige hundert DM bereit.

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Einige Tage später stand dann die Limousine, ein Goggomobil T 250, Baujahr 1967 mit 13,6 PS vor der Haustür. Angereichert mit einigen Teilen und bestimmt 3 Satz Reifen und so einigen Nachlassenschaften einer Schar von Zwerghühnern, die es sich offensichtlich im Motorraum besonders lange gemütlich gemacht hatten.

In den Monaten darauf verbrachte dann das Fahrzeug in der Opel-Werkstatt des Vaters eines Freundes, der mir die Gelegenheit gab nach Feierabend und an Samstagen das Auto vom Unterbodenschutz zu befreien und die zahlreichen Durchrostungen mit selbstgeformten Reparturblechen größerer Dimension zu schweißen. Dabei wurde auch gleich die komplette Fahrersitzhalterung derart nach hinten versetzt, dass sie dem 2,02–Meter-Besitzer eine sportlich lässige Haltung für die spätere Vorbeifahrt an Ammerländer Eisdielen gewährleistete.

Der schönste Moment war dann aber das Abnehmen der Abklebefolien und schließlich das Anbringen der Zierleisten und Embleme, die den ehemaligen Schrotthaufen aus dem Hühnerstall letztlich als sehr schöne rote und wahrhaft elegante Karosse erschienen ließ.

Nach bestandener Führerscheinprüfung folgten 1 ½ Jahre Spaß bringende Ausfahrten, die sicherlich durch eine erreichbare Höchstgeschwindigkeit von 72 km/h beschränkt waren. Auf ein gerissenes Kupplungsseil wurde dabei nicht mit einer ADAC-Karte und Heimbringerwartung reagiert, sondern mit aktiver Heimfahrt in Form ständigen Anschiebens und ins Auto springen und Gangeinlegen und selbstsynchronisiertem Hochschalten. Und für Wartungsarbeiten am Unterboden wurde das ca. 400 kg leichte Fahrzeug kurzerhand nach dem Ausbauen der Batterie einfach seitlich auf ein paar alte Matratzen umgelegt.

Eine gefährliche Situation bleibt ebenfalls in Erinnerung als im verschneiten Winter 82 die Fuhre beim sportlichen Einbiegen in die Rasteder Sophienstraße außer Kontrolle geriet und das Straßenschild quasi mittig vor die Limousine geriet und die Blechhülle des Gefährts sichtbar beeindruckte. Hier half ein beherzter Tritt von innen und zumindest die Verformung der Karosserie konnte damit wieder rückgängig gemacht werden.

Nach 1 ½ Jahren musste der Goggo dann schließlich doch einem vernünftigen Fahrzeug weichen. Einige Jahre später sah ich meinen Goggo dann noch ein letztes Mal als Schaufensterdekoration im Modehaus Schütte in Oldenburg stehen.“

NWZ-Spezial: www.NWZonline.de/erstesauto-rastede

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