Wittenberge - Laut ging es am Samstag auf dem Gelände des Freilichtmuseums „Wurnbarg“ in Wittenberge zu. Keilriemen wurden mit Traktoren in Gang gesetzt, um Sägen und Dreschgeräte ans Laufen zu bringen. Der Heimatverein „Vergnögde Goodheit“ Westerscheps hatte an diesem Nachmittag zu seinem „Dreschfest“ eingeladen.
Zum neunten Mal wurden Handgeräte und Maschinen der Öffentlichkeit vorgestellt, mit denen in den letzten Jahrhunderten Korn gewonnen wurde. Instandgesetzt wurden sie von den „Smeerjungs“, eine Gruppe von gestandenen und jungen Männern, die in ihrer Freizeit alte Motoren und Geräte renovieren. Diese Arbeiten präsentieren sie jährlich im Rahmen ihres „Dreschfestes“, wobei das verarbeitende Korn im August dafür geschnitten wurde.
Auch Sägen wurden präsentiert
An diesem Samstag war allerdings einiges anders, nicht nur wegen der Corona-Pandemie. Neben Dreschflegel und eine Breitdreschmaschine der Firma Wilhelm Fricke aus Landspringe bei Hannover, von den „Smeerjungs“ vor gut sechs Jahren instandgesetzt, konnten die Besucher auch eine Zugsäge, eine Wippensäge und eine Unterbock-Kreissäge in Aktion sehen. Diese wurde von dem 20-jährigen Hendrik Eilers zur Verfügung gestellt, der sie seit zwei Jahren besitzt. „Mein Opa hat viel mit alten Sägen gearbeitet und sie gesammelt. Ich fand das so faszinierend, dass ich das weitergemacht habe.“ Neben der großen Maschine, die der Dänikhorster an diesem Samstag zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentierte, hat er noch ein Sägegatter und mehrere Handsägen in seiner Sammlung.
Mit den präsentierten Sägen wurde ein Zeitraum von mehr als einhundert Jahren abgedeckt. Während die Zugsäge seit Jahrhunderten im Einsatz ist, fand die Wippensäge ab 1910, mechanisch mit einem Keilriemen betrieben, ihre Anwendung. Die Unterbock-Kreissäge ist ab den 50ern Jahren verstärkt eingesetzt worden, um vor allem kleinere Baumstämme zu bearbeiten.
Gerold Deeken von den „Smeerjungs“ will auch zukünftig das „Dreschfest“ mit zusätzlichen Gerätschaften aufwerten. „Wir wollen den Besuchern Abwechslung bieten. Mit dem Schwerpunkt ‚Holz‘ ist es an diesem Nachmittag gelungen. Schade nur, dass das Wetter heute nicht so richtig mitgespielt hat.“
Zukünftig, wenn sich alles wieder normalisiert haben sollte, wird sich das große „Dreschfest“ mit dem „Osterschepser Trecker-Treffen“ jährlich abwechseln.
