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Tierwelt in der Gemeinde Apen Tierisches Filmprogramm in 13,5 Metern Höhe

Rückkehr zum Nest, wo der Partner und die drei Jungtiere waren: Allein gelassen wird der Horst nicht; die Partner gehen nur dann auf Nahrungssuche, wenn der andere wieder da ist.

Rückkehr zum Nest, wo der Partner und die drei Jungtiere waren: Allein gelassen wird der Horst nicht; die Partner gehen nur dann auf Nahrungssuche, wenn der andere wieder da ist.

Team DI-Wiemkes

Tange - Als „Babylieferanten“, wie Hans Christian Andersens sie in seinem Märchen beschreibt, sind sie nicht im Einsatz, stattdessen kümmern sie sich in luftiger Höhe um ihren einigen Nachwuchs: die Weißstörche, die in Tange vor laufender Kamera drei Jungtiere aufziehen.

„Störche sind einfach faszinierende Tiere“, sagt Landwirt Ralf Wiemkes. Dank der Unterstützung von Joseph Büscherhoff, der Storchennester baut und den man in Barßel nur unter seinem Spitznamen Oskar kennt, entstand ganz in der Nähe des Hofes ein Horst. Dabei wurde ein Nestrohling in 13,5 Metern Höhe auf den Stamm eines alten Baumes gesetzt.

Horste müssen hoch sein

„Viele Horste sind nicht hoch genug und werden deshalb auch nicht angenommen“, weiß Ralf Wiemkes. Mindestens neun Meter hoch müsse ein Horst sein, denn Störche würden ihre Nester stets von unten anfliegen und ließen sich beim Verlassen des Nestes zunächst ein Stück fallen. Unbesetzt von Störchen blieben auch Horste, auf denen Nilgänse gebrütet hätten, die als Baumbrüter gern auf Storchennester auswichen. Deshalb habe er ein interessiertes Nilganspaar, das sich auf dem Tanger Horst niederlassen wollte, auch vertrieben.

Seit drei Jahren gibt es auf den Ländereien der Familie Wiemkes die Brutstelle für Störche. „Mein Mann war sehr optimistisch, dass das Nest schnell besetzt wird. Ich habe nicht damit gerechnet, aber schon wenige Wochen, nachdem der Nestrohling installiert war, kam ein Storchenpaar, das dann auch gebrütet hat. Aber aufgrund der nassen und kalten Witterung im Mai 2021 sind die beiden Jungvögel leider gestorben.“

Kamera im Einsatz

Auch vergangenes Jahr war der Horst besetzt, zwei Junge zog das Storchenpaar groß. Diesmal sind drei Küken geschlüpft. „Wir können am Handy und am Computer jederzeit beobachten, was im und am Horst passiert“, sagt Ralf Wiemkes und aktiviert über das Smartphone die Kamera. Gestochen scharf ist das Nest zu sehen, in dem einer der Altvögel hockt und bei Nieselwetter seine Flügel schützend über den Nachwuchs gebreitet hat. „Der andere Altvogel ist auf Nahrungssuche und das kann durchaus einige Stunden dauern.“

Die Aufnahmen aus dem Storchennest stammen von einer solarbetriebenen Kamera, die an einer Platte direkt am Horst installiert wurde und durch ein kleines Dach geschützt ist. „Vergangenes Jahr hatten wir auch schon eine Kamera, aber deren Akku gab den Geist auf und die neue ist wesentlich leistungsstärker.“ Die neue Kamera verfügt über einen 128 Gigabyte starken Speicher, gefilmt wird immer nur dann, wenn sich etwas am und im Nest bewegt, die jeweiligen Sequenzen sind neun Sekunden lang. „Anfangs hab ich oft geschaut, was im Nest los ist, aber jetzt können durchaus zwei oder drei Tage vergehen, bis ich wieder hinschaue.“

Alarm am Nest

„Wenn Alarm am Nest ist, erfahren wir das allerdings auch durch lautes Geklapper“, ergänzt Ehefrau Edith und berichtet, dass Dohlen und Krähen des Öfteren schon Nistmaterial stehlen wollten und dass drei Jungstörche, die keine Partnerin haben, mehrfach dem Nest zu nahe kamen und für viel Aufregung sorgten.

Das umfangreiche Videomaterial, das die Kamera der Wiemkes aufzeichnet und das aus hunderten von Sequenzen besteht, sichert sich übrigens der begeisterte Naturfilmer und Naturfotograf Günter Diekmann. Der Augustfehner arbeitet bereits an einem Film, der das Leben der Störche in Tange von deren Ankunft im Februar dieses Jahres, über das Balzen, das Brüten und die Aufzucht der Jungen bis zum Abflug Richtung Süden im August zeigen soll. Diekmann ist Naturfilmexperte: Eigene Aufnahmen und das Bildmaterial aus einem Team weiterer Hobbyfotografen hat er bereits zu zahlreichen Filmen über die Tier- und Pflanzenwelt in der Gemeinde Apen verarbeitet und im Internet veröffentlicht.

Doris Grove-Mittwede
Doris Grove-Mittwede Redaktion Westerstede
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