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Aktionstag in Wiefelstede Wie jeder zum Lebensretter werden kann

Wolfgang Wittig
Ein Leben retten: Anhand der Übungspuppen konnten die Schülerinnen und Schüler die richtigen Handgriffe vornehmen.

Ein Leben retten: Anhand der Übungspuppen konnten die Schülerinnen und Schüler die richtigen Handgriffe vornehmen.

Wolfgang Wittig

Wiefelstede/Westerstede - Jedes Jahr erleiden rund 50.000 Menschen einen Herz-Kreislauf-Stillstand außerhalb eines Krankenhauses. Ein plötzlicher Herzstillstand kann jeden treffen, zu jeder Zeit. Der Betroffene wird sofort bewusstlos und atmet nicht mehr normal oder gar nicht mehr. Damit die Betroffenen überleben, ist vor allem eines wichtig: Dass ihnen schnell geholfen wird. Zum einen durch das sofortige Rufen des Rettungsdienstes, aber auch durch den sofortigen Start der Wiederbelebung. Jede und jeder kann so zum Lebensretter werden.

Bereits zum zweiten Mal wurde deshalb das Projekt „Ein Leben retten“ von der Ammerland-Klinik an die Wiefelsteder Oberschule herangetragen. Lehrerin Susanne Hellwig, selbst ausgebildete Rettungssanitäterin, hatte zusammen mit ihren Kolleginnen und Kollegen die Organisation übernommen. Die Siebtklässler erfuhren dabei im Rahmen des Projektes, das parallel zur „Woche der Wiederbelebung“ stattfand, was im Ernstfall zu tun ist. Am Tag zuvor waren bereits Schüler des Gymnasiums Westerstede ausgebildet worden. Insgesamt lernten an den beiden Schulen rund 220 Schüler mehr über Wiederbelebungsmaßnahmen.

Schnelle Hilfe

„Schnell helfen, das kann man nur, wenn man weiß, was zu tun ist“, erklärt Dr. Thies Bruns vom Klinikzentrum Westerstede, der zusammen mit einem weiteren Arzt sowie Medizin-Studenten im praktischen Jahr die Schülerinnen und Schüler in die Maßnahmen der Wiederbelebung einwies. „Alle sechs Minuten erleidet in Deutschland ein Mensch einen Herz-Kreislaufstillstand“, so Dr. Bruns, „durch schnelle und vor allem richtige Hilfe könnten pro Jahr rund 5.000 Menschen vor dem Herztod gerettet werden.“

Herzrhythmusstörung oder die Störung der Herzdurchblutung führen zum Herzstillstand, erfuhren die jungen Teilnehmer des Projektes. „Dabei sind oftmals drei Viertel aller Fälle von Angehörigen betroffen“, erläutert Dr. Bruns. Die Schüler erfahren, wie wichtig es ist, im Ernstfall die Zeit zu nutzen bis der Rettungswagen eintrifft. „Wir müssen dabei diese drei Schritte befolgen: prüfen, rufen und drücken“, erklärt der Arzt, „nachdem festgestellt wurde, dass der Ohnmächtige keine Reaktion zeigt, sollte sofort die Telefonnummer 112 angerufen werden und wichtig ist dabei, unmittelbar fest und schnell 100 mal pro Minute die Mitte des Brustkorbs zu drücken und zwar solange bis der Rettungswagen eingetroffen ist.“

Übungspuppen

Nach der theoretischen Einweisung konnten die Schülerinnen und Schüler die richtigen Handgriffe an den vorhandenen Übungspuppen (Dummys) vornehmen. Als Hilfestellung wurde den Jungen und Mädchen empfohlen, nach bekannten Musikstücken den richtigen, schnellen Rhythmus zum Drücken zu nutzen. Welche Songs dafür geeignet sind, wurde den Schülern anhand einer Playlist mitgegeben. „Ich habe dabei den Song ,Highway to Hell’ mitgesummt“, erzählt die zwölfjährige Natalia. Ihr Klassenkamerad Said-Pazhan (12) hatte sich dabei die Methode des schnellen Mitzählens angeeignet. Am Ende der Übungsstunde erhielten die Siebtklässler eine entsprechende Teilnehmerurkunde.

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