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Wohnen im Ammerland Werden Immobilien jetzt wieder günstiger?

Neues Neubaugebiet: In Wiefelstede wird gerade das Gebiet Grote Placken erschlossen.

Neues Neubaugebiet: In Wiefelstede wird gerade das Gebiet Grote Placken erschlossen.

v. Reeken

Ammerland - Die Zinsen steigen, die Energiekosten gehen durch die Decke. Für viele Menschen wird der Traum vom Eigenheim zunehmend ein Traum bleiben. Doch wenn die Nachfrage sinkt, müssten dann nicht auch die Preise wieder etwas günstiger werden? Die Postbank hat mit dem Hamburger Weltwirtschaftsinstitut die Entwicklung in ihrem „Wohnatlas 2022“ für alle 401 Landkreise und kreisfreie Städte beleuchtet. Dabei lag der Fokus auf der Marktentwicklung bis 2035.

Weser-Ems boomt

Wie es im Ukraine-Krieg weitergeht, weiß niemand. Was aber für die nächsten Jahre absehbar ist, ist die Bevölkerungsentwicklung. In wachsenden Regionen wird Wohnraum knapp bleiben oder noch knapper. Und was knapp ist, wird auch teurer. Während in der Mehrheit der Regionen der Preisboom ein Ende hat, erwarten Experten vor allem für den süddeutschen sowie den Hamburger und Berliner Raum und das Weser-Ems-Gebiet steigende Preise. Im westlichen Mitteldeutschland werden die Kaufpreise überwiegend stagnieren. Für weite Teile Ostdeutschlands ist hingegen von sinkenden Kaufpreisen für Immobilien auszugehen.

Mehr Einwohner

Für das Ammerland sieht die Studie für den Zeitraum 2021 bis 2035 ein jährliches Bevölkerungswachstum von 0,1 Prozent voraus. Das entspräche einem Plus von 1700 Einwohnern. Demnach gäbe es in 13 Jahren 127 350 Ammerländer. Aber: Zuletzt war die Bevölkerungsentwicklung deutlich dynamischer. Allein 2021 gab es ein Einwohnerwachstum von 850 Personen. Geht es in diesem Tempo weiter, würde die Wohnraumnachfrage auch noch stärker steigen als prognostiziert.

3063 Euro pro Quadratmeter

Laut Studie lag der Kaufpreis bei Immobilien im Ammerland im Schnitt bei 3063 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. In München, Deutschlands teuerster Großstadt, fehlen nur noch wenige Euro bis zur Schallmauer von 10 000 Euro/Quadratmeter. Zum Vergleich: Eine 80-Quadratmeter-Wohnung würde demnach bei uns 245 040 Euro kosten. In München müsste man für so ein Objekt 778 527 Euro bezahlen. Zwar sind die Einkommen in der bayerischen Landeshauptstadt im Schnitt höher. Doch die Differenz kann nicht ansatzweise die hohen Wohnkosten ausgleichen. Laut Studie lag das verfügbare Jahreseinkommen pro Haushalt in München bei 60 138 Euro. Im Ammerland betrug es 49 716 Euro. Den enormen Preisunterschied bei den Immobilien hätte man durch den Mehrverdienst – rechnerisch – erst nach über 53 Jahren raus.

Leichter Preisanstieg

Trotz dieser hohen Preise rechnen die Experten für München mit einem weiteren Anstieg. 2,19 Prozent jährlich wird prognostiziert. Auch für das Ammerland wird mit einem weiteren Plus gerechnet. Allerdings sind Sprünge von zehn oder mehr Prozent, wie es sie zuletzt teilweise bei uns gab, offenbar vorbei. Laut Studie sollen sich die Kaufpreise bis 2035 jährlich um 0,8 Prozent erhöhen. Für die Wohnausgaben insgesamt wird mit jährlichen Steigerungen von 1,94 Prozent gerechnet. Wobei dies angesichts der rapide gestiegenen Energiekosten wohl deutlich höher sein könnte.

Die Studie bezieht sich aber zu einem großen Teil aus Daten von 2021.

Für das Ammerland kann man letztlich folgende Erkenntnisse aus der Studie ziehen. Das Ammerland wird weiter wachsen, wohl etwas langsamer. Die Immobilienpreise werden weiter steigen, aber langsamer. Wie stark die Ausschläge ausfallen, wird aber maßgeblich davon abhängen, wie der Ukraine-Krieg, die Inflation und die Zinsen sich entwickeln.

50 000 Euro netto

Interessant ist auch der Einkommensvergleich in der Region. Mit fast 50y000 Euro Haushaltsnetto liegt das Ammerland mehr als 1000 Euro über dem Bundesschnitt. In Oldenburg beträgt es gerade mal 44 971 Euro, in Bremen sogar nur 41 736 Euro. Cloppenburg liegt einen runden Tausender über dem Ammerland und der Landkreis Oldenburg kommt sogar auf 53 380 Euro durchschnittliches Haushaltsnetto.

Wie kommt das? Zum einen ist die Zahl von Studenten und Azubis in Großstädten verhältnismäßig höher. Dann ist die Arbeitslosigkeit bei uns und den beiden südlichen Landkreisen mit die niedrigste in Niedersachsen. Ein weiterer Effekt: Gut verdienende Familien ziehen oft in den Speckgürtel der Großstädte und bauen dort. Sind die Kinder irgendwann aus dem Haus, sorgen Doppelverdiener-Paare in höheren Positionen dafür, dass der Schnitt deutlich nach oben geht.

Jasper Rittner
Jasper Rittner Chefreporter Oldenburg-Stadt/Ammerland
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