Apen - Hat ein Wolf die Ollenbäke im Gemeindegebiet Apen als Jagdrevier für sich entdeckt? Diese Frage kann noch immer nicht beantwortet werden, denn die DNA-Analyse steht noch aus. Schäfer Alexander Beimel aus Leer, der bei einer Tierattacke auf dem Deich sieben Schafe verlor – sechs wurden gerissen, eines verschwand spurlos – ist die Situation nicht geheuer.

Knapp einen Monat ist es her, dass der Schäfer am Deich der Ollenbäke, der in der Zuständigkeit des Leda-Jümme-Verbands liegt, den Anruf einer Anwohnerin erhielt. Sie wunderte sich, wie berichtet, dass fünf Schafe auf ihrer Weide jenseits der Bäke standen – die Schafe waren offensichtlich durch den Fluss geschwommen. Beimel fuhr los, um die Tiere einzufangen und zur Herde zurückzubringen. Am Deich entdeckte er dann zwei tote Schafe mit Kehlbiss, einige hundert Meter weiter fand er weitere tote Tiere. Ein Schaf war zudem so schwer verletzt, dass es eingeschläfert werden musste.

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Der Wolfsberater wurde alarmiert, Proben wurden entnommen und an die zuständige Landesbehörde weitergeleitet. Sechs bis neun Monate dauert es, dann liegt die Analyse vor. Erst bei Nachweis einer tatsächlichen Wolfs-Attacke wird Beimel eine Entschädigung gezahlt – obwohl die Schafe am Deich nicht durch besondere Schutzzäune gesichert wurden. Denn am Deich, so weiß es auch der Gesetzgeber, können keine entsprechend hohen Barrikaden aufgestellt werden. Aus diesem Grund gibt es eine Sonderregelung für diese Schäfer.

Soweit, so eventuell gut. Doch was aktuell bleibt ist die Unsicherheit. Alexander Beimel jedenfalls traut der derzeitigen Ruhe am Deich nicht. Dennoch überlegt er, in vielleicht zwei oder drei Wochen wieder Schafe dort grasen zu lassen. „Welche ich nehme, weiß ich allerdings nicht“, sagt Beimel. Die Jungtiere, die der Attacke im Juni ausgesetzt waren, könne er nicht nehmen, denn Schafe würden solche Vorfälle nicht vergessen. „Ihre Angst bleibt.“

Anuschka Kramer
Anuschka Kramer Team Nord