Apen - Die Niederlande und Belgien haben das Radroutensystem nach Knotenpunkten bereits flächendeckend eingeführt, der äußerste Nordwesten ebenfalls, jetzt hat sich auch die Gemeinde Apen angeschlossen. „Wir sind eine typische Fehngemeinde, deshalb möchten wir auch mit unseren ostfriesischen Nachbarn touristisch zusammenarbeiten. Das neue System ist jedoch als Ergänzung zu allen Ammerland-Routen zu sehen“, unterstrich Bürgermeister Matthias Huber am Donnerstag bei einer Pressekonferenz im Rathaus, an der auch Repräsentanten aus umliegenden Gemeinden teilnahmen.
Das Knotenpunktsystem ist einfach und ermöglicht zahllose individuelle Kombinationen. An Abzweigungen ist jeweils eine Zahl mit Richtungspfeil angebracht, an sogenannten Knotenpunkten steht dann zusätzlich eine Orientierungstafel. So kann man sich zu Hause anhand eines Flyers oder per Internet bereits die Route zusammenstellen und muss sich nur noch die Zahlenabfolge notieren. Auch unterwegs lässt sich die Route nach Bedarf abwandeln. „Das ist für eine individuelle Planung ideal, und man braucht keine Karte mehr“, weiß Enno Ennen, Bürgermeister der Gemeinde Uplengen, aus zahlreichen positiven Rückmeldungen. Da die Knotenpunkte in seiner Gemeinde auch dem Rettungsdienst bekannt seien, ermögliche das bei einem Sturz oder Unfällen ein schnelles Auffinden der Beteiligten.
Das System verbreite sich in Windeseile, weil es die Touristen schätzten, weiß Leonhard Müller von der Touristik Company, der das Projekt in der Gemeinde Apen realisiert hat. Allein im äußersten Nordwesten seien auf dem Gebiet von zwölf Gemeinden bereits 1700 Kilometer verkehrsarme und landschaftlich reizvolle Radwege vernetzt. Eine Verbindung Richtung Niederlande werde jetzt geschaffen.
Aufmerksam geworden war Renate Brand, Vorsitzende der Touristik Apen, auf das System. Beim Blick auf eine Radwanderkarte „Ostfrieslands Mitte“ fiel ihr Blick rechts unten in die Ecke, wo ein Teil der Gemeinde Apen zu sehen war – allerdings ohne gekennzeichnete Strecken und ohne Anbindung an das Radwegesystem. „Das geht doch nicht – Apen als weißer Fleck“, gibt sie ihren Eindruck wieder.
Einen Fürsprecher fand sie auch in Bürgermeister Huber, und mit Unterstützung vieler weiterer Helfer wurde das System jetzt in Apen installiert. Zwölf Knotenpunkte gibt es im Gemeindegebiet, und die Strecken sind festgelegt. In Kürze soll noch ein Flyer folgen, der u.a. Tipps für Raststellen und Sehenswürdigkeiten enthalten soll.
Das neue, ergänzende Radwegenetz soll am Sonntag, 8. September, landkreisüberschreitend eingeweiht werden. Dazu haben die Gemeinden Apen, Jümme und Uplengen die „Fahrrad-Schmuggler-Tour“ ausgearbeitet – nach historischer Vorlage, als der Schmuggel zwischen dem Oldenburger Land und Ostfriesland blühte.
Von allen drei Gemeinden starten Touren. Ziel ist Hengstforde, wo um 15 Uhr mit Spielen und Musik die große Abschlussveranstaltung und gleichzeitig Einweihung des neuen Systems gefeiert wird. Anmeldung bis 4. September unter
