Wilhelmshaven - Vom Werk des Künstlers sind die Hüllen bereits am Freitag gefallen, das 122 Wohnungen umfassende Gesamtensemble des Spar & Bau-Projekts „Parkgarten“ muss noch eine Weile – bis April 2013 – auf seine offizielle Einweihung warten: Seit gestern zieht das Skulpturenensemble „Hol über“ des Malers und Bildhauers Hartmut Wiesner im Zentrum des Geländes zwischen Mozart- und Kieler Straße die Blicke auf sich. Nicht gesenkten Kopfes, sondern frei nach oben: Auf fünf Meter hohen Stelen sind auf der einen Seite die lebensgroße Bronzefigur eines Fährmanns, Lotsen oder Wächters, auf der anderen Seite das archaisch anmutende Boot mit sieben Menschenfiguren darin verankert.
Die Stange in der Hand des Fährmanns, der Mast in dem kleinen Kahn, beide scheinen ein wenig am Himmel zu kratzen, während die Stelen an ihrem Fuße das Element Wasser umschließt.
Es lohne sich, die Skulpturen förmlich zu umlaufen, die Perspektive zu wechseln und sie je nach Tageszeit und Standort mit neuem Ausdruck auf sich wirken zu lassen, empfahl der Bremer Städteplaner Professor Hartmut Stechow, Architekt des Wohnungsbauprojekts, der gestern eigens zur Skulpturenenthüllung gekommen war.
Hinter dem Arrangement der Skulpturen stecke Dramaturgie – jeder solle seine ganz persönliche Stimmung empfinden, wenn er hineingehe in die Anlage und sich von den Figuren empfangen lasse.
Diese bilden auf den Stelen optisch eine Art Portal, das den axialen Bezug zur Architektur sowie die Erweiterung in den Luftraum aufnimmt.
„Wohnqualität ist auch ein Stück Lebensqualität“ hatten die Spar & Bau-Vorstandsmitglieder Peter Hohmann und Dieter Wohler betont. Gern habe man deshalb mit Wiesner zusammengearbeitet, im übrigen nicht zum ersten Mal. Man sei am Ende stolz darauf, die in DIN-Normen enthaltene Position „Ausstattung und Kunstwerke“ bewusst nicht so vernachlässigt zu haben, wie dies die meisten Bauherren des Geldes wegen täten, sagte Hohmann.
Die Figuren hatte Wiesner in der Bremer Werkstatt Statuarius modelliert und dort in Zusammenarbeit mit Volker Borchert und Thomas Schmalz gießen lassen. Die Säulen realisierte Wiesner mit Technikerin Anke Honke und Architekt Heinz Honke aus Schortens in einer an Travertin erinnernden Optik, tatsächlich jedoch in einem speziell entwickelten Verfahren nach Angaben des Künstlers in Beton von Geithner Bau hergestellt.
