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Weihnachten in Westeraccumersiel Zwei Frauen laden Alleinstehende an Heiligabend ein

Sie hoffen, dass ihre Idee bei den Menschen ankommt: Annemarie Rosenboom (links) und Karin Linneberg haben Einladungskarten für den gemeinsamen Abend vorbereitet.

Sie hoffen, dass ihre Idee bei den Menschen ankommt: Annemarie Rosenboom (links) und Karin Linneberg haben Einladungskarten für den gemeinsamen Abend vorbereitet.

Ina Frerichs

Westeraccumersiel - Weihnachten bringt Menschen zusammen, und ist eine Zeit der Familie und Freunde. Um Menschen, die allein wohnen, aber an Heiligabend nicht allein sein möchten, eine Freude zu machen, haben sich Karin Linneberg und Annemarie Rosenboom etwas Besonderes einfallen lassen: ein gemeinsames Weihnachtsfest. Jeder, der alleinstehend ist, ist willkommen. „Weihnachten allein? Das muss nicht sein!“ sagen die beiden.

„Mitten im Sommer hatten wir die Idee“, sagt Rosenboom. Die Frauen aus Westeraccumersiel sind selbst alleinstehend, kennen das Gefühl. Annemarie Rosenboom (74) hat ihren Mann verloren. Als liebe Freunde sie vergangenes Jahr an Weihnachten fragten, ob sie zu ihnen kommen möchte, war sie sehr froh. Dieses Gefühl der Geborgenheit möchte sie nun gerne weitergeben.

Eine Botschaft

Nachdem die Frauen zum ersten Mal über ihre Idee sprachen, ruhte das Ganze – bis zum Herbst. „Jetzt packen wir’s an“, sagten sie sich, wie Rosenboom erzählt. Karin Linneberg (72) nahm daraufhin Kontakt mit Stephanie Harms, Küsterin der Kirchengemeinde Westeraccum und des „Nee Kapellenhuus“ in Westeraccumersiel, auf. Bei ihr stieß sie auf offene Ohren – die Küsterin leitete in die Wege, dass sich die Gruppe an Heiligabend im „Nee Kapellenhuus“ treffen kann.

Die beiden Frauen laden am 24. Dezember um 17 Uhr zu einem geselligen Abend ein. „Wir wollen Menschen eine Freude bereiten. Wenn sie sich freuen, freuen wir uns auch“, sagt Linneberg.

Die 72-Jährige hat mehrere Jahre ältere Menschen im Pflegeheim besucht, auch hat sie sterbende Menschen begleitet. „Ich habe da die größten Geschenke meines Lebens bekommen. Wenn man von einem sterbenden Menschen einen Händedruck erhält, an den man sich noch Jahre später erinnert, muss das etwas Großes sein“, sagt sie. Wenn man da sei, müsse ein Mensch nicht allein gehen. Diese Botschaft, nicht allein zu sein, möchte sie weitergeben. Die Weihnachtszeit stimme darauf ein, was wirklich wichtig ist.

Gemeinsamer Abend

Am Abend des 23. Dezember bereiten die Frauen alles vor in den Räumen. Sie schmücken einen Weihnachtsbaum, und bieten Glühwein und alkoholfreien Punsch, kalte Getränke und Leckereien bei Kerzenschein und leiser Weihnachtsmusik an. Zu essen gibt es nach einem Brauch Kartoffelsalat mit Würstchen. Linneberg hat dafür schon einige Salate und Würstchen gekauft und probiert, erzählt sie schmunzelnd.

„Wir singen gemeinsam Weihnachtslieder und wer mag, kann eine kleine Weihnachtsgeschichte vorlesen, ein Gedicht vortragen oder von schönen Erlebnissen aus vergangenen Zeiten erzählen“, fügt sie hinzu. Auch mitgebrachte Plätzchen sind willkommen.

Vorfreude ist groß

Wer nach dem Abend nach Hause geht, bekommt zum Abschied ein kleines Geschenk überreicht. „Wir wollen vielleicht auch Wichteln“, sagt Annemarie Rosenboom. Jeder darf eine kleine Sache, neu oder gut erhalten, eingepackt mitbringen.

Wer mehr zum Abend wissen möchte, kann sich bei den Organisatorinnen erkundigen. Sie bitten bis zum 15. Dezember um Anmeldung, damit sie planen können: bei Karin Linneberg, Tel. 04933/8786550 oder 0151/20703554, oder bei Annemarie Rosenboom, Tel. 04933/2135 oder 0157/80971702. 15 Menschen sollten es sein, damit der Abend möglich ist, bis zu 30 Personen finden Platz. Die Kosten liegen für jeden bei 15 Euro. Linneberg bietet an, das Geld vorab abzuholen.

Falls danach etwas Geld übrig bleiben sollte, geht es an einen gemeinnützigen Zweck, und wer weiß, vielleicht auch in ein mögliches weiteres Treffen nächstes Weihnachten. „Das ist ein Pilotprojekt“, sagt die 72-Jährige. „Wir wissen nicht, ob es was wird, aber unsere Vorfreude ist groß.“

Ina Frerichs Redaktion Wittmund
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