DELMENHORST - Es gibt Fakten, die dafür sorgen, dass im Januar die Arbeitslosigkeit regelmäßig in die Höhe geht. Maler, Zimmerer und Dachdecker können keine Außenarbeiten machen, im Garten- und Landschaftsbau gibt es nichts zu tun. Als Quartalskündigungstermin sorgt der 31. Dezember für nicht unerhebliche Zugänge in die Arbeitslosigkeit, gerade aus kaufmännischen Berufen. Und schließlich beenden zahlreiche Azubis nach zweieinhalb- oder dreieinhalbjähriger Lehre ihre Ausbildung, werden vorübergehend oder auch längerfristig arbeitslos. „Die Schere zwischen Zu- und Abgängen wird größer“, sagt Karin Kayser, Chefin der für Delmenhorst und Ganderkesee zuständigen Agentur für Arbeit. Das sei nichts Auffälliges, eher typisch für den Jahresauftakt.
In Delmenhorst und Ganderkesee zusammengenommen ist die Arbeitslosigkeit von Dezember auf Januar um 301 auf 4842 Personen gestiegen. Das waren 143 Arbeitslose weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug im Januar 8,9 Prozent; vor einem Jahr belief sie sich auf 9,1 Prozent.
In Delmenhorst für sich genommen waren bei der Agentur und beim Jobcenter insgesamt 4035 Personen arbeitslos gemeldet, 217 mehr als im Dezember 2011 und zwölf weniger als im Januar 2011. Die Arbeitslosenquote im Stadtgebiet beträgt 10,4 Prozent, vor einem Jahr belief sie sich ebenfalls auf 10,4 Prozent.
Gute Karten haben junge Menschen, die den Beruf des Kfz-Mechatronikers, Anlagenmechanikers, Industriemechanikers oder Elektronikers erlernt haben. „Die bleiben nicht lange arbeitslos“, weiß Agenturchefin Kayser zu berichten.
Jobcenter-Leiter Siegfried Dreckmann würde sich freuen, wenn die Zahl der SGB-II-Leistungsempfänger in Delmenhorst die 10 000er-Marke unterschreiten würde. Derzeit liegt sie bei 10 440 – 7319 ALG-II-Bezieher und 3121 Sozialgeld-Empfänger. „Die Wirtschafts- und Finanzkrise 2009 hat das Jobcenter zurückgeworfen“, sagt Dreckmann.
Eine starke Nachfrage nach Ingenieuren und Architekten beobachtet Dirk Holze, Leiter der Arbeitgeber-Serviceabteilung der Agentur. Und eine größere Toleranz gegenüber älteren Arbeitsuchenden. Holze: „Die Arbeitgeber stellen fest, dass sie auf die erfahrenen Mitarbeiter nicht verzichten können.“
