Delmenhorst - Zwei Vitrinen, ein Fernsehtisch und ein Schreibtisch – die in diesem Jahr abschließenden Auszubildenden der Tischlerinnung Delmenhorst/Oldenburg-Land haben dieses Jahr kreatives Mobiliar entwickelt. Inzwischen der vier von Männern angefertigten Möbelstücke schimmert ein Schminktisch hindurch: Nina Kuntze ist die einzige Frau, die am Sonntag ihr Gesellenstück in der Aula der Berufsbildenden Schulen II ausstellt.
„Ich wollte immer schon etwas Handfestes machen. In meiner Jugend habe ich viele Praktika durchlaufen, auch im Büro, aber das war nichts für mich“, sagt die 21-Jährige lachend. Bei einem Restaurator bekam sie eine Ausbildungsstelle im Tischlerhandwerk. Wie die anderen Lehrlinge wurde sie drei Jahre lang ausgebildet.
In der geräumigen Aula zeigt sie, was sie gelernt hat. „Der Schminktisch bekommt einen Ehrenplatz in meinem Zimmer. Ich habe lange hin- und herüberlegt, was sich als Gesellenstück am besten eignet“, verrät sie.
Neben Nina haben Raphael Siemers, Alexander Marten, Florian Sander und Vincent Wien (alle Delmenhorst) ihre fertigen Abschlussstücke vorgestellt. Berufsschullehrerin Andrea Terwolbeck-Maasoumy war die Person, die die Lehrlinge während ihrer Ausbildung begleitet hat. „Bis zu 100 Stunden hatten meine Schüler Zeit für die Planung, Entwicklung und Verarbeitung des Gesellenstücks.“ Mit der Qualität sei sie sehr zufrieden. Die Auszubildenden hätten für die öffentliche Präsentation eine Fotodokumentation erstellt, um den Besuchern zu zeigen, wie viel Arbeit in dem Bau des Mobiliars steckt, erklärt die Lehrerin. Per Video-Beamer werden die Fotos auf die Wand in der Aula projiziert.
„Der Andrang ist klasse“, freut sie sich. Die Schüler seien stolz auf die Vorstellung und würden mit den Besuchern ins Gespräch kommen. Auch Nina diskutiert mit vielen Gästen über ihre Arbeit. Etwas schüchtern, allerdings fachlich sicher beantwortet sie die Fragen.
Die Stifte des zweiten Jahres boten im Rahmen der Präsentation Kaffee und Kuchen an. Der Erlös kommt Flutopfern in Sachsen zugute.
