Delmenhorst - Der überraschende Rücktritt von Stadtmarketing-Geschäftsführerin Birgit Lohstroh (die NWZ berichtete) wird in der Politik differenziert bewertet. Einige halten den Schritt Lohstrohs nach herber Kritik an ihrer Qualifikation für überzogen, andere, wie der FDP-Landtagskandidat Axel Konrad, sehen darin „eine Chance für einen Neuanfang“.
Zu denjenigen, die jetzt nach vorne gucken und das Beste aus der Situation machen wollen, gehört auch Oberbürgermeister Patrick de La Lanne. „Ich bedauere den Schritt Birgit Lohstrohs, sie hat gute Arbeit gemacht“, erklärte er. Jetzt müsse ein Neuanfang gemacht, gemeinsam mit Politik und Wirtschaft nach Lösungen gesucht werden. „Das könnte ein City-Manager oder eine -managerin sein, der oder die sich schwerpunktmäßig um die Innenstadt kümmert“, so der Oberbürgermeister.
Die Stadt möge sich ein Beispiel an anderen Gemeinden nehmen und eine separate Firma gründen, die sich mit der Vermarktung der Stadt beschäftigt, fordert Axel Konrad.
Eva Sassen vom Bürgerforum Neue Wege wiederholt ihren mehrfach vorgetragenen Vorschlag, das Stadtmarketing in das von der Verwaltung angekündigte Wirtschaftsförderungskonzept der Stadt „einzuflechten“.
Scharf angegriffen wird Lohstroh unter anderem von Volker Wohnig (Die Linke). Seiner Meinung nach hat sie die Darstellung der Stadt nach außen nicht ausreichend vorangetrieben.
FDP-Ratsherr Murat Kalmis äußerte Bedauern für Lohstrohs Rücktritt, gepaart mit Unverständnis. Kritik müsse erlaubt sein, ohne dass gleich solche Konsequenzen gezogen würden.
Für die FDelP und die Unabhängigen Delmenhorster spricht Uwe Dähne von „einer beispiellosen Hetzjagd gewisser Printmedien und verantwortungsloser Politiker“. Es wäre fair gewesen, die jetzt öffentlich geäußerten Vorwürfe zuvor mit der Betroffenen zu besprechen.
Birgit Lohstroh hatte die Geschäftsführung im Stadtmarketing im November 2006 übernommen, aus Kostengründen in Nebentätigkeit. Sie hat eine Ausbildung als Diplomverwaltungswirtin der Fachhochschule für Verwaltung und Rechtspflege in Oldenburg vorzuweisen und leitet das Kulturamt der Stadt.
