WILHELMSHAVEN - Eine Stunde noch bis die Gäste kommen. In der Küche der Berufsbildenden Schulen Friedenstraße herrscht Hochbetrieb. Sechs junge Köche schnibbeln und rühren, was das Zeug hält. Rudolf Biener geht von Herd zu Herd, steckt die Nase in die Töpfe. Er ist Mitglied der Jury, die bei der 22. Jademeisterschaft in den gastgewerblichen Ausbildungsberufen die Arbeit des Berufsnachwuchses bewertet.
Die künftigen Restaurantfachleute schleppen Stühle in das Gastzimmer. Die Tische sind gedeckt. Ein paar Korrekturen, letzte Anweisungen: Die Damen zuerst bedienen und immer freundlich lächeln.
Während die Gäste an den Begrüßungscocktails nippen und dem Willkommensgruß von Schulleiter Wilfried Steenblock lauschen, wird es in der Küche hektisch – das Gas ist für einen Moment weg.
Steenblock lobt die Zusammenarbeit mit den Partnern im dualen Berufsbildungssystem. Der Verband der Gastronomie Wilhelmshaven und der Hotel- und Gaststättenverband Jever-Jeverland sind Mitveranstalter der Jademeisterschaft.
Die Schule könne manches ausgleichen, was die Betriebe nicht leisten könnten, erwidert Carsten Neumann, Vorsitzender des Hotel- und Gaststättenverbands Jever-Jeverland. Jürgen Garrels, Bezirksvorsitzender des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes, hält die Ausbildungsbedingungen in den Betrieben für verbesserungswürdig. Zugleich verweist er darauf, dass viele Ausbildungsplätze – vor allem auf den Inseln – aus Mangel an Bewerbern nicht mehr besetzt werden konnten.
Elf Vertreter von gastronomischen Betrieben sind bei der Jademeisterschaft zusammen mit sechs BBS-Lehrern im Einsatz. Allen voran die angehenden Hotelfachkräfte hatten im Lauf des Tages bereits die Hauptarbeit zu leisten. Im Hotel Kaiser mussten sie zeigen, dass sie den Zimmerservice ebenso beherrschen wie Warenkunde. Was die Gäste am Tisch bewundern können, sind ihre Fertigkeiten beim Gestalten eines Blumengestecks.
Keine leichten Aufgaben hatten auch die Restaurantfachleute: Zehn Spirituosen am Geschmack unterscheiden und die passenden Gläser zuordnen, verkaufsorientierte Gespräche führen, Cocktails zubereiten, eine Poularde tranchieren.
Die Kreativität der jungen Leute sehen die Gäste bei der Gestaltung der Tische und der Menükarten, die ebenso wie die Menüs dem Thema des Abends „Zu Gast in Friesland“ gerecht werden sollen. Aus Matjesfilets, Rinderhüften, friesischem Bier und Quark haben die Köche ein Drei-Gänge-Menü gezaubert.
Als am Ende des Abends Heide Bastrop, stv. Bürgermeisterin der Stadt Schortens, Jevers Bürgermeisterin Angela Dankwardt und Wilhelmshavens Oberbürgermeister Eberhard Menzel die Siegerehrungen vornehmen, stellen sie übereinstimmend fest, dass eigentlich alle Teilnehmer gewonnen haben. Dennoch dürfen sich drei besonders freuen, die als Erstplatzierte zu den Landesmeisterschaften nach Cuxhaven fahren.
