WILHELMSHAVEN - Mit einer halben Million Euro fördern die Landessparkasse zu Oldenburg (LzO), die Öffentliche Versicherungen Oldenburg (ÖVO) und die Oldenburgische Landesbank AG (OLB) in den nächsten fünf Jahren eine Stiftungsprofessur für einen neuartigen berufsbegleitenden Studiengang an der Jade Hochschule.
Ab September 2011 startet der Studiengang Insurance, Banking and Finance (IBF) Versicherung, Banken und Kreditwirtschaft mit etwa 20 bis 30 Studienanfängern im Fachbereich Wirtschaft in Wilhelmshaven, erläuterte Wirtschaftsdekan Prof. Dr. Gerd Hilligweg. Die Spezialisierung erfolgt am Standort Oldenburg. Voraussetzung ist die Bewerbung und ein Ausbildungsplatz bei den Unternehmen. Am Freitag setzten die Beteiligten aus Wirtschaft und Hochschule im Beisein der niedersächsischen Ministerin für Wissenschaft und Kultur, Prof. Dr. Johanna Wanka, ihre Unterschrift unter die Vereinbarung.
Dr. Karl Harms, Präsident der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer (IHK), die den Studiengang mit initiiert hat, sieht darin ein Beispiel, wie Wirtschaft und Wissenschaft gemeinsame Bildungsinteressen konkret umsetzen. Das Besondere daran sei, dass die Wirtschaft sich bei den Inhalten strukturell einbringen und mit ihren Spitzenkräften an der Ausbildung beteiligen könne.
FH-Präsident Dr. Elmar Schreiber bezeichnete das mit 500?000 Euro angeschobene Projekt auch als Teil der angestrebten neuen Studienstruktur und des Entwicklungsplans der Jade Hochschule. Es habe wohl zudem als Triebfeder für die Freigabe der zwölf Professorenstellen, davon sechs für den Fachbereich Wirtschaft in Wilhelmshaven gewirkt. Mit Hilfe einer großen Berufungskommission unter Vorsitz einer renommierten externen Persönlichkeit werde demnächst mit der Suche nach Professoren begonnen.
Ministerin Wanka unterstrich die starke regionale Verankerung der FH, die Voraussetzung für langfristige Qualität sei. Auch sie sei Befürworterin von dualen Studiengängen mit hohem Praxisbezug. LzO-Vorstandsvorsitzender Martin Grapentin, OLB-Vorstandsmitglied Dr. Peter Schinzing und ÖVO-Vorstandsvorsitzender Franz Thole betonten das gemeinsame Interesse, die Bildungsarbeit in der Region zu stärken und damit auch qualifizierten eigenen Nachwuchs zu gewinnen. Deshalb habe man sich gerne zu der langfristigen finanziellen Unterstützung zusammengefunden.
