WILHELMSHAVEN - Das Motto „Rettet die Kastanie“ hatten sich vor rund sechs Wochen wieder Naturschützer aus Wilhelmshaven auf die Fahnen geschrieben, als sie in der Mozartstraße 22 Lockstofffallen aufhängten. Denn die aus Mazedonien eingeflogene Miniermotte ist ein Feind der stadtbildprägenden Kastanien, die diese Straße säumen. Die Fallen enthalten einen synthetischen Sexuallockstoff, der die liebestollen Männchen dieser Art anlocken soll. Bei etwa 5000 der Tiere hat das bisher schon geklappt.
Frost lässt Puppen kalt
Die Naturschützer stellten jedoch auch fest, dass die kalten Temperaturen im Winter den im Herbstlaub überwinternden Puppen nichts anhaben konnte. Ende April erreichten sie das Verpuppungsstadium und begannen, sich zu paaren. Die ersten Larven haben bereits wieder die jungen Kastanienblätter befallen.
Die Naturschützer um Werner Hoffmann vom Nabu bemerkten, dass die Fallen im Bereich der ehemaligen Stammdienststelle der Marine und der St. Willehad-Kirche am stärksten gefüllt waren. Der Grund liegt laut Hoffmann darin, dass hier das Herbstlaub nur unzureichend aus den Beeten entfernt worden sei. An den Stellen, wo das Laub sorgfältiger entfernt worden war, war der Befall demnach deutlich geringer.
Hoffen auf „Meisenallee“
Da Kohl- und Blaumeisen biologische Fressfeinde der Miniermotte sind, hatten Hoffmann & Co. in der Mozartstraße Nistkästen angebracht. „Wie viele Kästen tatsächlich bezogen werden, können wir erst im Herbst ausmachen. Wir hoffen aber, dass die Mozartstraße zu einer Meisenallee wird“, so Hoffmann.
An der jüngsten Aktion war unter anderem Jonas Holz beteiligt. Der Auszubildende der Technischen Betriebe Wilhelmshaven betreut das Projekt im Rahmen seiner Ausbildung zum Gärtner. Außerdem waren auch Maya Hoffmann, Fina Vollstädt und Sina Diehnelt gespannt auf den Inhalt der Fallen. Die drei Schülerinnen der Integrierten Gesamtschule haben einen Patenbaum in der Mozartstraße und beobachten die Entwicklung der Schädlinge laufend.
