WILHELMSHAVEN - Das Fell des kleinen Welpen ist angesengt, die „Barthaare“ ebenfalls. Ein Hinterbein ist verbunden. Doch ansonsten scheint Toni, so heißt das Hundekind, wieder ganz quietschvergnügt. „Zum Glück hatten wir die Balkontür aufgelassen, sonst hätte Toni den Brand wohl nicht überlebt“, sagt Tonis Frauchen, die 23-jährige Susanne Urban.
Als sie am vorigen Sonnabend gegen 17.30 Uhr vom Wochenende an der Jade zurückkehrte, standen Feuerwehr und Polizei vor ihrem Haus in der Norderneystraße. „Bei uns brennts, hat mein Freund noch gesagt. Ich hab das gar nicht realisiert“, erzählt die junge Frau. „Nachdem ich die Wohnung gesehen habe, bin ich zusammengebrochen. Alles nur noch Schutt und Asche.“
Arbeitsamt prüft Zuschüsse
Vielleicht könne sie das Geschirr nach einer gründlichen Reinigung mit Spezialmitteln noch benutzen, alles andere sei hin. „Die Spielsachen der Kinder soll ich wegen der Schadstoffbelastung besser nicht mehr benutzen, haben die Kriminalbeamten gesagt.“
Susanne Urban wirkt gefasst. So als ob sie die Tragweite ihres Unglücks noch gar nicht ganz überblicken kann. Die junge Frau lebt in Scheidung, Die Trennung von ihrem Mann, dem Vater der beiden Kinder, setzte ihr so zu, dass sie seitdem von den Freien Sozialen Diensten Friesland betreut wird. Ihre Ausbildung zur Altenpflegerin hatte Susanne Urban abgebrochen, als sie schwanger wurde. Sie lebt von Hartz IV. „Am Montag nach dem Brand war ich gleich im Notfallbüro des Arbeitsamtes“, so Urban. Dort prüft man zurzeit, welche Zuschüsse ihr zustehen.
Mit ihren beiden Söhnen, die zum Zeitpunkt des Brandes zum Glück bei ihrem Vater waren, wohnt sie nun mit ihrer Mutter in deren Zweizimmerwohnung. „Die Kinder vermissen ihr Spielzeug und der Große (vier Jahre alt) will nach Hause.“
Die Kinder wollen nach Hause
Aber es gebe kein Zuhause mehr, so Urban. Unwiederbringlich verloren sind die Fotoalben der Kinder, die Aufzeichnungen über ihre Entwicklung und viele persönliche Erinnerungsstücke. Die Hausratversicherung sei noch über ihren Mann gelaufen, der habe aber schon seit Monaten nichts mehr eingezahlt. Fraglich also, ob es von dieser Seite finanzielle Hilfe gibt.
„Wir betreuen Frau Urban in dieser Situation natürlich weiter und haben darum mehr Leistungsstunden für den Fall beantragt“, berichtet Rainer Söchting von den Freien Sozialen Diensten Friesland, die auch ein Spendenkonto für Susanne Urban eingerichtet haben.
Die Kontonummer lautet 96 08 61 60 02, BLZ: 28 02 00 50 bei der Oldenburgischen Landesbank Varel, Stichwort „Wohnungsbrand“.
