DELMENHORST - Die Nacht ist mit ihrer Dunkelheit und Stille wohlbekannt. Dennoch bleibt sie unheimlich und undurchdringlich. „In ihr löst sich die Grenze zwischen Subjekt und Objekt auf“, beschreibt Barbara Alms, die Leiterin der Städtischen Galerie Delmenhorst die Tageszeit. Alms nahm die Nacht zum Anlass für eine neue Ausstellung im Haus Coburg. Ausstellungseröffnung ist an diesem Freitag um 20 Uhr.

Die Nacht sei laut Alms von einer „fundamentalen Düsternis“ geprägt. Es sei kein Zufall, dass sich in der Kunstgeschichte das „Nachtstück“ als eigene Form etabliert habe. Erst in der Romantik habe die Nacht allerdings die Bedeutung als Gegensatz zum Tag erhalten. Sie stehe der Rationalität und Funktionalität der Tageszeit entgegen.

Für die Ausstellung „Die Nacht“ haben zehn Künstlerinnen und Künstler der Galerie 35 Werke zur Verfügung gestellt. „Sie gehören zu den herausragenden Akteuren der jüngeren und mittleren Künstlergeneration“, erklärt Alms. Zu ihnen gehören unter anderem Thomas Zipp, Daniel Richter, Norbert Schwontkowski, Julia Oschatz und Karin Kneffel. Sie alle erstellten rund die Hälfte der Bilder eigens für die Ausstellung in Delmenhorst.

Die Werke sind größtenteils gegenständlich und mit Ölfarben und Lacken gestaltet. Sie widmen sich dabei stets auch politischen und gesellschaftlichen Fragen. Zu ihnen gehören Themen wie die Umwelt, Gewalt, Folter oder auch das Schicksal von Bootsflüchtlingen, das Heribert C. Ottersbach in zwei Bildern aufgreift. So zitiert die Galerieleiterin Richter mit den Worten: „Natürlich müssen Bilder politisch sein.“ Die Anspielungen auf diese Themen seien aber versteckter und mehrdimensionaler, als es im Expressionismus der Fall gewesen sei.