Frankfurt Am Main - In diesem Herbst entert die international bekannte Hamburger Modedesignerin Jil Sander das Museum Angewandte Kunst in Frankfurt. Die Schöpferin von eleganter Garderobe und von Kosmetiklinien werde ihre weltweit erste Einzelausstellung in einem Museum am 3. November eröffnen, kündigte der Direktor Matthias Wagner K am Mittwoch an. In raumgreifenden multimedialen Installationen und Tableaus würden bis zum 6. Mai 2018 die Auswirkungen von Sanders „unbedingtem Gestaltungswillen“ auf Ästhetik, Mode- und Produktdesign, Architektur und Gartenkunst gezeigt. Viele der Objekte seien noch niemals zuvor öffentlich ausgestellt worden. Danach wandere die Schau weiter nach New York, Tokio und Seoul.

Es sei nicht einfach gewesen, die 73-jährige Sander ins Museum Angewandte Kunst zu locken, sagte Wagner K. Das sei aber nicht ungewöhnlich, denn eine Designerin habe den Blick stets in die Zukunft gerichtet. Dass es trotzdem gelungen sei, mache ihn sehr stolz. Für den Aufbau der „Highlight-Ausstellung 2017“ bleibe das Museum im Oktober geschlossen.

Daneben plant das Museum 2017 noch drei weitere Ausstellungen. Das Hin und Her von Spiegelung und Selbstbespiegelung ist Thema der Ausstellung „SUR/FACE. Spiegel“ (24. Juni bis 1. Oktober). Dabei seien unter anderem Designobjekte von Maison Martin Margiela oder Ettore Sottsass sowie Werke von Andy Warhol oder Heimo Zobernig zu sehen, sagte Wagner K.

Mit einer Schau über die Faszination des Picknickens startet das Museum am 6. Mai ins neue Ausstellungsjahr. Das gemeinsame Speisen in der Natur sei ein weltweit verbreitetes Phänomen, das bisher kaum erforscht oder gar mit einer Ausstellung gewürdigt worden sei, sagte Pressesprecherin Dorothee Maas. Bis zum 17. September spüre die Ausstellung mit Fotografien, Filmen, Installationen und Objekten dem Variantenreichtum einer beliebten Kulturpraxis nach.

Die vierte neue Ausstellung des Jahres 2017 bestreitet der französische Comic-Zeichner Marc-Antoine Mathieu. Zu sehen seien Schwarz-weiß-Arbeiten aus den vergangenen 30 Jahren, in denen er sich mit den Themen Traum und Wirklichkeit, Allmacht und Ohnmacht, absolutes Wissen und der Frage nach Gott beschäftige, erläuterte Maas.

Die derzeit laufenden Ausstellungen sind „Thinking Tools. Design als Prozess: Wie Schreibgeräte entstehen“ (bis 29. Januar), „Unter Waffen. Fire & Forget 2“ (bis 26. März) und „Yokohama 1868-1912. Als die Bilder laufen lernten“ (bis 28. Mai).