Oldenburg - Hans Leip (1893– 1983), Dichter und Künstler, Autor zahlreicher Romane, Erzählungen, Gedicht-Anthologien und nicht zuletzt des Liedes von „Lili Marleen“ (1915), traf 1943 den Esperanto-Experten Richard Schulz. Zwischen beiden entwickelte sich eine lesenswerte Korrespondenz, die der in Oldenburg geborene Kunsthistoriker Jörg Deuter herausgegeben hat („Nicht nur Lili Marleen. Hans Leip und der Esperantologe Richard Schulz in ihren Briefen von 1943 bis 1983“, 275 S., zahlreiche Abb., Verlag Traugott Bautz, Nordhausen).
Deuter sortiert die Briefe nach mehr als 20 Themen, etwa nach literarischen Werken oder historischen Momenten, die das Leben des Dichters geprägt hatten wie des Pazifisten Haltung zu Nationalsozialismus und Krieg. Richard Schulz liefert dem Dichter aus verehrender Distanz die Stichworte auch zur Hamburger Lebensphase und zu vielen Zeitgenossen und entlockt Leip manch kritisches Urteil, auch zu Fragen der modernen Kunst.
Deuter ist den Personen und Ereignissen mit Ausdauer und Akribie nachgegangen, so dass ein Zeit-Panorama entstanden ist, das weit über die Korrespondenz hinausgeht. Zudem wird die Sammlung um Briefe erweitert, die Richard Schulz mit Katrin Leip, der letzten Ehefrau des Dichters, nach dessen Tode gewechselt hat. Grafische Arbeiten und Fotografien führen Hans Leip als Künstler und Menschen vor Augen.
Im Nachwort berichtet Deuter von seinen Begegnungen mit dem Dichter. Er hatte schon als Schüler des Alten Gymnasiums in Oldenburg Kontakt gewonnen und Leip später in seinem Wohnort Fruthwilen besucht. Eine Sammlung von Aussagen namhafter Persönlichkeiten, etwa von Gerhard Wietek oder Hein Bredendiek, beleuchtet die Rezeption des Werkes von Hans Leip, dem Deuter mit seinem Buch ein Denkmal gesetzt hat.
