Johannisburg - „Den“ 911 gibt es schon lange nicht mehr. Ob Carrera, Cabrio, Targa oder Turbo – die Auswahl in der 991-Baureihe ist groß. Der Kunde hat die Wahl zwischen der normalen und der noch stärkeren S-Version, zwischen Heckantrieb und Modellen mit dem nur beim Turbo serienmäßigen Allradantrieb.
Bei Porsche werden diese Varianten traditionell durch die Ziffer 4 im Namen kenntlich gemacht und als letzte Mitglieder der 991-Familie ab sofort nicht mehr mit den bewährten und beliebten 3,4- und 3,8 Liter großen Sechszylinder-Saugern, sondern mit dem stärkeren und vor allem sparsameren 3,0-l-Sechszylinder-Turbo in zwei Leistungsstufen ausgeliefert.
So treten die „4er“ jetzt mit 370 statt mit 350 PS an, die „4S“ mit 420 statt mit 400 PS, während das Drehmoment um jeweils 60 Nm auf nun 420 und 500 Nm stieg. Gleichzeitig sank der Normverbrauch deutlich auf je nach Modell und Getriebe zwischen 7,7 und 9,0 l/100 km. Genau das war der Hauptgrund für die Umstellung, hätte Porsche doch mit den Saugmotoren die immer strenger werdenden Abgasnormen einfach nicht mehr erfüllen können.
Dass der 3,0-Liter-Turboboxer nicht ganz so begeisternd klingt wie der Sauger, ist nicht zu leugnen. Der 911-Fahrer wird aber durch noch bessere Sprintwerte und noch höhere Endgeschwindigkeiten entschädigt.
Außerdem zeigt der Turbo eine saugerähnliche Charakteristik. Auch beim kurzzeitigen Gaswegnehmen wird der Ladedruck hochgehalten, sodass der Motor beim erneuten Beschleunigen sofort wieder aus dem Vollen schöpfen kann.
Ein Carrera 4 schafft es nun im besten Fall (mit PDK und Sport-Paket) in 4,1 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100, ein Carrera 4S sogar in 3,8 Sekunden. Damit sind beide Versionen erstmals schneller auf Landstraßen-Tempo als die Hecktriebler, was auch an dem elektrohydraulischen und nicht mehr elektromechanischen Allradsystem liegt. Dieses agiert messbar schneller und bietet noch bessere Traktion als bislang schon.
Wer eine 4 am Heck stehen haben möchte, muss mindestens 103 983 Euro investieren (für den Carrera 4) – ein Allradaufschlag von immerhin 8000 Euro.
