• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Markt
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Events
  • Tickets
  • nordbuzz
  • FuPa
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Ratgeber Motor und Verkehr

Bambusfasern als Lederersatz

02.12.2017

Gaydon /Ingolstadt Was haben ein Mercedes aus den Kindertagen des Automobils, ein Rolls-Royce aus den 1920er Jahren und ein Audi A8 von heute gemeinsam? Alle sind mit Ledersitzen zu haben. „Schon seit den Zeiten des Kutschenbaus und seit mehr als 120 Jahren Automobilproduktion steht dieses Material für Luxus“, sagt Audi-Designchef Marc Lichte. Je edler ein Auto sein soll, desto mehr Leder wird verarbeitet. Bis ein Rolls-Royce Phantom komplett ausgeschlagen ist, braucht es die Haut von fast einem Dutzend Kühen.

Doch in einer Zeit, in der sich Wertvorstellungen ändern, die Kunden bewusster kaufen und sich die Autohersteller ein neues Bild geben wollen, suchen die Designer nach neuem Luxus. „Wir wollen den Wertewandel auch mit neuen Materialien begleiten und vorantreiben“, so Lichte. In der elektrischen E-Tron-Studie von Audi gibt es so zwar noch immer reichlich Lack, aber erstmals kein Leder mehr: „Wir experimentieren mit einem sehr hochwertigen Material aus Bambusfasern, das gut zum ökologischen Anspruch eines Elektroautos passt und gute Chancen auf eine Serienfertigung hat.“

Auch Land-Rover-Designchef Gerry McGovern spricht vom Aufbruch in eine neue Zeit und unterstreicht das beim neuen Range Rover Velar auch mit der Innenausstattung. Zwar wagen die Briten noch keinen kompletten Lederverzicht, weil sie die Kunden nicht verschrecken wollen. Doch gibt es nun zum ersten Mal für einen Range Rover auch eine Stoffausstattung, die nicht über den Preis, sondern über das Prestige verkauft werde. So hat sich Land Rover für den Velar erstmals mit dem dänischen Möbeldesigner Kvadrat zusammengetan, der für die Sitze des Geländewagens einen eigenen Stoff entwickelt hat.

Den Trend zum nachhaltigeren Materialmix im Innenraum und speziell die Suche nach Alternativen fürs Leder registriert auch Designprofessor Lutz Fügener von der Hochschule für Gestaltung in Pforzheim. Aber der Begriff vom „veganen Auto“ scheint ihm dafür ein bisschen weit hergeholt. „Wer tatsächlich ein ganz veganes Auto anpreist, der will vermutlich nur von einem Trend profitieren und macht sich dafür ein Modewort zunutze.“

Und der Trend ist nicht einmal besonders stark. Das mussten sie bei Mercedes in Stuttgart erkennen. „Wir bieten zwar weltweit und in allen Fahrzeugsegmenten Modelle an, die auf ein lederfreies Interieur umgerüstet werden können“, sagt Pressesprecherin Silke Kögler. „Doch aufgrund der sehr geringen Nachfrage sind das stets Einzelanfertigungen.“

Finden Sie Ihr Traumauto auf NWZ-Auto.de!

NWZ-Auto.de
Finden Sie Ihr Traumauto auf NWZ-Auto.de!

Weitere Nachrichten:

MG Rover Group | Mercedes-Benz | Audi | Land Rover | Rolls-Royce

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.