Berlin - Navigationsgeräte lotsen ihre Nutzer mittlerweile sicher von A nach B und lassen sich meist auch anständig handhaben. Gut für Verbraucher, schwierig für die Anbieter: Wer mit seinem Navi zufrieden ist, kauft nicht so schnell ein neues. Um Kaufanreize zu schaffen, warten aktuelle Modelle mit Extras auf, die ältere nicht bieten.
Bei fast allen neuen Navis gehört seit dem vergangenen Jahr die kostenlose Aktualisierung der Karten dazu. Sie gilt, so lange das Gerät lebt oder der Anbieter Updates für die Karten bereitstellt. Ein weiterer Clou sind leistungsfähige Live-Verkehrsdienste, die den aktuellen Verkehrsfluss erfassen und bei Staus und Behinderungen Ausweichrouten vorschlagen.
Leicht zu bedienen
Die Stiftung Warentest hat Navigationsgeräte und Live-Dienste geprüft. Welches Navi am besten lotst und wie viel Fahrtzeit die Verkehrsdienste ihren Nutzern sparen, steht in der Februarausgabe der Zeitschrift „test“.
Die Navis selbst überzeugen fast durchweg – zwölf der 15 getesteten Modelle schneiden gut ab. Geräte großer Anbieter befinden sich qualitativ auf der Überholspur. Modelle mit kleinen Mankos lassen sie hinter sich. Die Navis von Blaupunkt und Mio leisten sich einige Schwächen bei der Navigation. Das Gerät von Falk schrammt mit einer befriedigenden Handhabung und Verarbeitung knapp am guten Gesamturteil vorbei.
Zwischen 136 und 259 Euro kosten die Navis im Test. Testsieger ist Professional.6 von Becker. Für das 6-Zoll-Navi wird der Höchstpreis von 259 Euro fällig. Kein anderes Gerät ließ sich so komfortabel handhaben. Etwas besser navigiert Tomtom, das Go 50 liegt bei den Fünf-Zoll-Navis vorn. Für 163 Euro ist es rasch startklar und bietet eine tadellose Ansage der Fahrempfehlungen.
Zuverlässige Wegweiser sollten sich leicht bedienen lassen. So wie beide Becker-Navis. Ihre Gebrauchsanleitung ist hilfreich, das Menü selbsterklärend. Anders beim Blaupunkt Travelpilot 52: Die Adresseingabe hängt regelmäßig, die Suchmaschine funktioniert mit Abstand am schlechtesten. Das Hauptmenü des Blaupunkt-Geräts ist unübersichtlich. Es besteht aus neun Kacheln, nur sechs sind aktiv. Das verschwendet Platz – auf Kosten des Überblicks.
Schwache Akkus
Acht Geräte reagieren dank Spracherkennung auf mündliche Befehle ihres Nutzers. Allerdings wird nicht jeder Befehl vom Navi sofort verstanden – etwas Geduld mit der komplexen Technik ist nötig. Am besten plaudern können Autofahrer mit Navigationsgeräten von Tomtom. Aber auch die Tomtom-Spracherkennung hat Macken. Sie passt sich zum Beispiel dem Aufenthaltsland an. Wer in Italien nach Florenz möchte, muss „Firenze“ ansagen, sonst stellt sich das Navi taub.
Die Akkulaufzeiten der Geräte sinken seit Jahren. Mio Spirit und Falk Neo halten nur noch schlappe 50 und 55 Minuten ohne Energie vom Zigarettenanzünder durch. Ausdauer beweist das Blaupunkt-Navi mit knapp zweieinhalb Stunden. Im Auto mit Strom versorgt, arbeiten die Navis zuverlässig. Wer häufig in staugeplagten Regionen fährt, wählt ein Gerät mit Live-Dienst. Und findet damit Wege am Stau vorbei.
Am besten navigiert Tomtom (2test“, 2/15). Das Go 50 für 163 Euro bietet zuverlässige Fahrempfehlungen, übersichtliche Karten und ist schnell einsatzbereit. Leichter bedienen lässt sich das Becker Professional.6 (259 Euro). Im täglichen Gebrauch überzeugte es am meisten. Beide ermöglichen einen Live-Dienst – allerdings nur via Smartphone. Wer ihn an Bord des Navis haben will, greift zu Garmin Nüvi 2599 oder 2699 (205 und 237 Euro) – oder zum Tomtom Go 6000 für 310 Euro.
