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NWZonline.de Ratgeber Motor und Verkehr

Automobilgeschichte: Mit dem Opel Kapitän auf Spitzenposition

26.10.2019

Köln Mehr Kapitän ging nicht. Im Herbst 1959 präsentierte Opel eine in allen Dimensionen gewachsene Neuauflage seiner Oberklasse-Baureihe, die bis heute Maßstäbe setzt. Nie wurden mehr Opel-„Großwagen“ verkauft und noch einmal konnten die Rüsselsheimer Wirtschaftswunder-Wagen ihre direkten Rivalen aus Stuttgart und München überholen

Geformt nach amerikanischen Vorbildern wölbten sich beim Kapitän „P“ des Modelljahrs 1959 die Panoramascheiben für eine Breitbildaussicht. Was für den Fahrer gut war, gefiel den Fondpassagieren im Kapitän „P“ (wie Panorama) wenig, denn gekrümmte Scheiben und schmale Türen erschwerten den Einstieg in die Chauffeurlimousine. Und so passierte das bis dahin Unvorstellbare: Der großformatige Aufsteiger-Opel verlor seine langjährige Führungsposition in der Oberklasse an die Sechszylinder mit dem Stern.

Für die deutsche GM-Dependenz Anlass zu zeigen, wie schnell Amerikaner Autos erneuern können: Nach wenigen Wochen Entwicklungszeit rollte schon im Herbst 1959 der Opel Kapitän P 2,6 vom Fließband. Geradliniger und größer als der Vorgänger und mit mächtigem 2,6-Liter-Sechszylinder hinterm gewaltigen Chromkühler avancierte das Panorama-Flaggschiff für die 1960er Jahre zum meistverkauften Kapitän aller Zeiten.

Die hintere Dachlinie des auf 4,83 Meter getreckten Sechssitzers – vorn gab es nur optional Einzelsitze – wurde derart angehoben, dass der Fond mit Hut geentert werden konnte. Tatsächlich gab sich der Wagen insgesamt im Gardemaß, denn alle Panorama-Glasflächen wurden vergrößert, die Horizontale in der Linienführung betont und der gewaltige Chrom-Kühlergrill könnte es mit den großen Frontgittern heute aktueller SUV aufnehmen.

Auch hinter dem Kühler des Kapitäns tat sich viel: Der bis aufs Jahr 1936 zurückgehende Reihen-Sechszylinder bekam eine finale Vergrößerung von 2,5 auf 2,6 Liter und mehr Motorleistung von nun 90 PS, sodass die Vmax auf 150 km/h kletterte. Damit war der Opel zwar etwas langsamer unterwegs als die vergleichbare Oberklasse von Mercedes, BMW und Borgward, aber die Elastizität und Drehmomententfaltung der Opel-Maschine erinnerte an bullige amerikanische V8-Kreuzer. Lag das Drehmomentmaximum von rund 190 Nm doch bereits bei 1.300 Touren an, perfekt für schaltfaule Fahrweise. Der dritte und höchste Gang des Schaltgetriebes ließ sich schon bei Schrittgeschwindigkeit einlegen.

Opel bot 1960 optional einen aus Detroit adaptierten, sanft und komfortabel schaltenden Dreigang-Vollautomaten an, für den sich fortan jeder dritte Kapitän-Käufer entschied. Keine Kritik gab es an der Laufruhe des Antriebs, die erst ab Tempo 100 von damals üblichen stark vernehmlichen Windgeräuschen abgelöst wurde. Dann wechselte der von Opel als modische Sensation beworbene Bandtacho von grün und gelb auf einen roten Farb-Balken.

Letztlich aber war es einmal mehr der Mix aus einem fast konkurrenzlos dicht gewobenen Opel-Händlernetz, kurzfristiger Verfügbarkeit – die Mercedes-Lieferzeiten betrugen bis zu anderthalb Jahre – und günstigen Preisen, der den Kapitän mit Führungsaufgaben in der Oberklasse betraute. „Mehr Wert für weniger Geld“ lautete der Opel-Werbeslogan und tatsächlich gab es den Kapitän bereits für unter 10 000 D-Mark und damit billiger als den Vorgänger sowie alle Wettbewerber.

Trotzdem zeigte der Kapitän genügend Noblesse, um „ein vertrauter Anblick vor den Portalen internationaler Hotels“ zu bleiben, wie Opel-Plakate postulierten. Dass auch Handwerker und Landwirte die Zugfahrzeugtalente des Riesen schätzten, wurde dezent verschwiegen. Im Vergleich zum direkten Konkurrenten Mercedes 220 konnte Opel zeitweise mehr als doppelt so viele Einheiten vom Kapitän P 2,6 absetzen.

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