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Aktualisiert vor 1 Minute.

Unfall Bei Großenkneten
Delmenhorster nach Unfall auf A 29 in Lebensgefahr

NWZonline.de Ratgeber Motor und Verkehr

Eine besondere Freundschaft von Anfang an

06.07.2019

Köln Citroën und die Deutschen, das war von Beginn an eine besondere Freundschaft. Die automobile Weltanschauung Citroën 2 CV fand hierzulande zeitweise sogar mehr Fans als in ihrer Heimat. Zum 100. Markenjubiläum wechselt die deutsche Citroën-Repräsentanz in die Opel-Stadt Rüsselsheim. Das hätte André Citroën (1878–1935) amüsiert, war doch Opel lange sein härtester Konkurrent im Kampf um die Pole Position als größter Autobauer Europas.

André Citroën hatte bereits 1912 das Ford-Model-T-Fließband in Detroit besichtigt und diese moderne Fertigungsart als Erster auf europäische Verhältnisse übertragen. Direkt nach dem Ersten Weltkrieg präsentierte André Citroën den Typ A mit dem bis heute charakteristischen Doppelwinkel auf dem Kühlergrill. Ein Logo, das an Citroën unternehmerische Anfänge als Zahnradproduzent erinnert.

Citroën rekrutierte in Europa das erste flächendeckende Netz von über 5000 Handels- und Servicepartnern, er führte die ersten Fahrzeug-Finanzierungen ein und 1921 sogar ein Mietwagensystem. Den zitrusgelben Kleinwagen Typ C 5 HP nutzte Opel sofort als Blaupause für seinen grünen Laubfrosch. Mit insgesamt über 80 000 verkauften Exemplaren avancierte Citroëns Zitrone dennoch zu einem Topseller in Europa.

Mit Werken in allen wichtigen Märkten ließen sich etwa in Deutschland nicht nur Zollhindernisse umgehen, die Fahrzeuge wurden 1927 sogar als „deutsches Produkt“ beworben und markante Citroën-Typen wie der B14 waren im Taxi-Einsatz rheinischer Städte teils populärer als deutsche Fabrikate. Als Citroën 1934 das sensationelle Hightech-Modell Traction Avant mit Frontantrieb und crashgetesteter Sicherheitskarosserie auch in Köln vom Band rollen ließ, konnte André Citroën sein deutsches Werk zum letzten Mal besuchen.

Nicht nur, dass nun die Nationalsozialisten die Arbeit der vermeintlichen französischen Erbfeinde behinderten, die leeren Kassen des Konzerns führten 1934 in Paris zum Konkurs und zur Übernahme durch den Reifenhersteller Michelin.

Patriarch André Citroën verstarb im Jahr 1935, kurz bevor die Entwicklung des mit 5,1 Millionen Einheiten bis heute meistgebauten Citroën-Modells Fahrt aufnahm. Vorgestellt wurde dieser fröhlich schnatternde viertürige Zweizylinder – ja, es ist die Ente alias 2CV – im Jahr 1948. Der 2CV wurde zum Inbegriff des revolutionären Galliers, dann zum Liebling der Studentenbewegung, um am Ende seines langen Lebens mit „Atomkraft? Nein Danke“-Aufklebern die Öko-Bewegung bleifrei zu Demos zu chauffieren. Das Konzept des Komforts zum kleinen Preis machte den 2 CV zum Ideengeber für individuelle Kleinwagen wie Dyane und Pluriel bis hin zum aktuellen Cactus.

Geht es um clevere Familien-Fahrzeuge ist Citroën bis heute Vorbild, gezeigt 1996 durch den Berlingo als Entdecker des Hochdachkombis. Erst Jahre später folgten VW Caddy und Co. Zur Jahrtausendwende bewies der originelle Citroën Picasso wie beliebt Vans sein können. Allein den Zug zum SUV verschliefen die Franzosen fast, erst spät suchten sie mit C3 und C5 Aircross Anschluss.

Vor allem waren es Modelle wie die göttliche DS (ab 1955), das Strandauto Méhari (ab 1968), der majestätische SM mit Maserati-Motor (ab 1970), der GS Birotor mit Kreiskolbenmotor (ab 1973) als Äquivalent zum deutschen Wankelwagen NSU Ro 80 und die flammend-futuristischen Limousinen CX (ab 1974) und XM (ab 1989) die Citroën in Deutschland als Teil des gesellschaftlichen Lebens verankerten. Sogar in die DDR wurden Citroën GSA und für die Staatsführung CX geliefert.

Die Doppelwinkel-Verbindung zwischen Deutschen und Franzosen war stets so eng, dass die Übernahme von Opel durch den Citroën-Mutterkonzern PSA im Jahr 2017 fast als folgerichtiger Schritt schien.

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