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NWZonline.de Ratgeber Motor und Verkehr

Sportliche Verführung zur Unvernunft

26.01.2019

Köln Endlos lange Motorhaube, rasanter Rücken: Mit amerikanischen Muscle-Car-Attributen stellte der Capri vor 50 Jahren die klassische Familienkutsche vorübergehend ins Abseits. Vier Sitze und ein geräumiger Gepäckraum zu günstigen Preisen, das Ganze verpackt in dramatisches Design – fertig war das Traumauto für Familienväter, denen Opel GT und VW-Porsche zu klein oder teuer waren und klassische Coupés wie Opel Rekord oder Ford 15 M zu brav schienen. In drei Generation ließ das Kultcoupé fast zwei Millionen Käuferherzen entflammen, vor allem aber zündete der Capri den Hype familienfreundlicher Sportler von Alfasud Sprint bis VW Scirocco.

Als Mustang made in Europe sollte der Capri eigentlich Colt heißen, wie die jungen, ungestümen Hengste. Im letzten Moment intervenierte Konzernchef Henry Ford II, denn er favorisierte den Namen der italienischen Sonneninsel. Technisch entweder bodenständig wie ein Volkswagen Käfer oder temperamentvoll wie ein heißblütiger Porsche 911 passte der Ford Capri perfekt in die Aufbruchstimmung der tempogeladenen späten 1960er Jahre. Ein emotionaler Sportler, der durch Motorsportsiege und weit über 200 km/h schnelle Topversionen eine Aura der Exklusivität entfachte, aber mit phlegmatischer 37 kW/50 PS Basis-Motorisierung für alle bezahlbar und neidresistent blieb.

So gab es das coole Fastback schon für 6993 D-Mark, womit der Ford noch billiger war als der Käfer im Karmann-Ghia-Kleid. Als Preisbrecher begeisterte Fords aufregendes Pony-Car nicht nur Familien, sondern vor allem jugendliche Neuwagenkäufer. Zwei Drittel der Capri-Cowboys entstammten der Altersgruppe zwischen 18 und 29 Jahren. Wer allerdings dem Opel GT und seinem legendären Werbeslogan „Nur Fliegen ist schöner“ enteilen wollte, musste schon deutlich tiefer in die Tasche greifen und einen Sechszylinder ordern: Für 10 560 D-Mark gab es dann den 92 kW/125 PS starken Capri 2600 GT. Noch hitziger war der 110 kW/150 PS abgebende Capri RS, der zum Intimfeind aller Porsche 911T-Piloten avancierte und als Rennversion 1972 die Tourenwagen-Europameisterschaft gewann.

Im Stil eines trendigen Kombi-Coupés gezeichnet, fuhr der Ford Capri 1974 in die zweite Generation und bewies so noch einmal seine Talente als Shootingstar. Wurde er doch ausgerechnet im wirtschaftlichen Krisenjahr nach der ersten Ölkrise in die Umlaufbahn geschossen. Üppige Serienausstattungen und die praktische Heckklappe genügten trotz inzwischen antiquierter Fahrwerkstechnik für eine neue Bestsellerrolle des Coupés, das Ford Mitte 1975 Platz zwei im deutschen Herstellerranking bescherte – direkt hinter VW und noch vor Opel.

Allerdings fiel es dem Kölner Sportcoupé zu der Zeit längst nicht mehr so leicht wie dem Ur-Capri, alle Konkurrenten zu hetzen. Entsprechend regelmäßig lancierte Ford Facelifts und motorische Upgrades für sein Sportmodell, das zudem 1978 in finaler Generation eine Frontpartie mit aggressiv schauenden Doppelscheinwerfern und angedeutetem Frontspoiler erhielt.

Dort, wo die Luft dünn ist, aber der Gewinn dick, ließ der Capri fast 20 Jahre lang die Kassen für Ford Europa klingeln, ähnlich wie es der Ford Mustang in Amerika vorgemacht hatte.

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