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NWZonline.de Ratgeber Motor und Verkehr

Glänzender Auftritt der Heckflossen

15.06.2019

Köln Wer 1959 einen neuen Mercedes S oder SE bestellte, hatte es geschafft. Vornehmer war damals nur die Kanzlerkarosse 300 „Adenauer“, die allerdings optisch bereits antiquiert wirkte. Auch die Ponton-Baureihe 180 bis 220 alterte beim Erscheinen der modischen Flossenmodelle mit angesagten Panoramascheiben schlagartig. Diese neue Serie W111 ließ die 50er Jahre mit drei 2,2-Liter-Motorisierungen ausklingen, die für eine Bestsellerrolle genügten, ohne die Oberklasse-Konkurrenten zu deklassieren.

Letzteres gelang dafür dem 1961 nachgelegten 300 SE (W112) mit einem 3,0-Liter-Aluminium-Sechszylinder und bis zu 170 PS für sportliche 200 km/h Vmax. Das Trio aus 220 b (95 PS), 220 Sb (110 PS) und 220 SEb (120 PS) vertraute dagegen auf eine Evolution der Reihen-Sechszylinder seiner Ponton-Vorgänger. Immerhin erhielten alle drei 2,2-Liter-Aggregate einen neuen Ventiltrieb und eine steilere Nockenwelle. Auch die Zwei-Vergaser-Anlage in 220 b und 220 S zeugte von Fortschritt und der Einspritzer bekam gerade Ansaugrohre für ein Leistungsplus gegenüber dem Vorgänger.

Schließlich war die europäische 160-km/h-Luxus-Liga damals heftig umkämpft. In Paris und Rom musste sich Mercedes gegen Lancia Flaminia und Simca Chambord V8 durchsetzen, in London die Dominanz von Jaguar Mark 2, Austin Westminster und Humber Super Snipe brechen und in Deutschland den barocken BMW 502 sowie die Flaggschiffe von Borgward (P 100) und Opel (Kapitän P) auf die Plätze verweisen. Was im Falle des viel billigeren, erfolgreichsten Kapitän aller Zeiten nicht leicht fiel. Andererseits bot der Opel bei Prestige, Leistung und Fahrwerkstechnik zu wenig.

Ab 1963 mischte die „Königsflosse“ 300 SE (W112) mit 3,0-Liter-Leichtmetall-Sechszylinder die Motorsportszene auf. Gegen diesen Stuttgarter Leistungsträger hatten meist nicht einmal brachial starke amerikanische V8 eine Chance. „Sportler mit den Eigenschaften von Wölfen im Schafspelz“ schrieben US-Medien über die bis zu 200 km/h schnellen Viertürer, die es jenseits des Atlantiks auch mit temperamentvollen Corvette und 7,0-Liter-Cadillac aufnahmen.

„Das perfekteste Auto Europas“ titelte derweil die Fachpresse der Alten Welt über den seit August 1961 verkauften, anfangs 160 PS leistenden Saugrohreinspritzer mit damals sensationeller Luftfederung. Sogar Rolls-Royce- und Bentley-Kunden konnte der 300 SE begeistern, zumal es ihn ab 1963 als Chauffeurlimousine mit langem Radstand und Trennwand sowie elektrisch öffnender Zwischenscheibe gab. Da die Auslieferung des ebenfalls 1963 vorgestellten staatstragenden Mercedes 600 erst mit Verzögerung erfolgte, konnte der lange 300 SE hier ebenfalls einspringen.

Fast 350 000 verkaufte Mercedes W111/112 Limousinen in neun Jahren galten als sensationeller Erfolg. Ihren größten Triumph feierten die Sechszylinder damals jedoch, als sie den Opel Kapitän als König der Oberklasse ablösten. Nicht vergessen werden dürfen übrigens die exklusivsten W111/112: Als zweitürige Coupés und Cabriolets ohne Peilkanten beherrschte die Typenfamilie den großen Auftritt sogar bis 1971 in solcher Vollendung, dass am Ende noch ein V8 unter die voluminöse Haube eingebaut wurde.

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