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NWZonline.de Ratgeber Motor und Verkehr

Kanzlerklasse mit der Macht des V8

28.09.2019

Köln Auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) 1969 überraschte Mercedes mit einem mächtigen 3,5-Liter-V8, der eigentlich erst in der S-Klasse des folgenden Jahrzehnts für Furore sorgen sollte. Stattdessen beschleunigte der Zifferncode 3.5 bereits die altgediente Sonderklasse W108/109 mit 147 kW/200 PS an die Spitze des europäischen Luxussegments

Wer elitärere Eleganz bevorzugte, konnte den 3,5-Liter-V8 auch in den exorbitant teuren zweitürigen Coupés und Cabriolets der Serie W111 ordern. V8-Vehemenz im Spardress bot dagegen das ab 1971 lieferbare Limousinen-Duo aus 280 SE 3.5 und 280 SEL 3.5, das sogar die dynamischen Newcomer BMW 3.0 Si bis 3.3 Li auf die Plätze verwies. Schließlich war der moderne Einspritz-V8 mit Stern ursprünglich gar nicht für die betagten S-Klasse-Typen aus der Wirtschaftswunderzeit vorgesehen, sondern für die mächtigen Chromkreuzer der 1970er Jahre, also Mercedes SL (R107) und Mercedes SE (W116).

Während die Amerikaner längst aus dem Vollen schöpften und hubraumgewaltige V8 besser verkauften als effiziente Vierzylinder, haftete Achtzylinder-Limousinen in Europa bis Ende der 1960er Jahre der Ruf von Maßlosigkeit und feudaler Opulenz an. Allein europäische Supersportwagen und die höchste Repräsentationsliga von Rolls-Royce oder Mercedes 600 reüssierten bereits mit mächtigen Achtendern.

Der M116 genannte Motor verfügte über die damals noch ungewöhnliche elektronische Benzineinspritzung. Verbrauchswerte von 13,5 Liter nach DIN-Norm und bis 21 Liter bei flotter Autobahnfahrt galten damals als angemessen. Eine vor 50 Jahren noch völlig neue Herausforderung für Motorenkonstrukteure waren erste in Amerika und Japan eingeführte Luftreinhaltegesetze, die reduzierte Emissionen verlangten und als unerwünschte Nebenfolge Leistungsverluste bewirkten. Mercedes reagierte darauf mit dem auf 4,5 Liter vergrößerten V8-Motor 117, der ansonsten ein zweieiiger Zwilling des M116 war.

Mit derart viel Hubraum, vorläufig nur auf dem nordamerikanischen Markt eingesetzt, lieferte der Motortyp 117 genügend Kraft (exakt 146 kW/198 PS) für die schon 1962 bzw. 1965 eingeführten Mercedes SE-Coupés und Limousinen, um gegen die jüngsten Jahrgänge von Cadillac oder Lincoln zu bestehen. In Hollywood oder auf der 5th Avenue waren Mercedes 300 SEL mit Kennung 4.5 vorübergehend populäreres Statussymbol als Rolls-Royce Silver Shadow. Was auch an der serienmäßigen Luftfederung des SEL und dem brandneuen Automatikgetriebe mit hydraulischem Drehmomentwandler lag, den Mercedes zum allerersten Mal montierte.

Weltweit richtig durchstarten konnte das Doppel aus M116 und M117 in den 1970er Jahren, denn jetzt beschleunigten die Aggregate die S-Klasse Baureihe 116 (350 SE und 450 SE) sowie die Roadster und Coupés 350 SL/SLC und 450 SL/SLC (Baureihen R/C107) auf die jeweiligen Pole Positions in den europäischen V8-Verkaufscharts.

BMW und Jaguar wurden durch Mercedes animiert, über Achtzylinder nachzudenken – und die Engländer übertrafen dieses Maß mit einem V12. Mercedes jedoch spielte seit der V8-Implentierung in die Limousinen und Coupés der Baureihen (W108/109/111) fast schon in einer eigenen Klasse – weshalb die Ende 1972 nachfolgende Serie 116 erstmals explizit S-Klasse genannt wurde.

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