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NWZonline.de Ratgeber Motor

Mit Oldtimer „Hudo“ einmal um die Welt gereist

12.03.2017
NWZonline.de NWZonline 2017-03-20T10:35:54Z 280 158

Interview Mit Heidi Hetzer:
Mit Oldtimer „Hudo“ einmal um die Welt gereist

Berlin Zwei Jahre und sieben Monate lang ist Heidi Hetzer (79), ehemalige Berliner Autohändlerin mit Promi-Faktor, mit ihrem Oldtimer um die Welt gefahren. „Hudo“ nennt sie ihren Hudson Greater Eight, Baujahr 1930, liebevoll im Interview kurz vor der Ankunft in Berlin.

Frage: Fahren Sie allein nach Berlin - oder mit Beifahrer?
Antwort: Allein natürlich. Wer bisher nicht mitgefahren ist, der muss jetzt auf den letzten Metern auch nicht mehr ankommen. „Hudo“ und ich, wir machen an der Messe halt. Da ist ja grad die ITB und die 46 Länder, durch die wir gefahren sind, wollen uns begrüßen. Das ist doch nett. Aber hoffentlich haben die keine Fähnchen. Fähnchen sind doof. Die erinnern mich an Hitler.

Frage: Worauf freuen Sie sich am meisten bei der Heimkehr?
Antwort: Na, auf Berlin natürlich, auf meine Stadt! Ich bin eine waschechte Berlinerin. Und Zuhause ist Zuhause. Das kann keiner ersetzen. Wenn ich die Avus entlangfahre und den Funkturm sehe, ach, da wird mir jetzt schon ganz warm ums Herz.

Frage: Und „Hudo“, Ihr Auto, hält er durch?
Antwort: Der macht mir echt Bauchschmerzen. Da leuchtet immer die rote Lampe. Das hat mit dem Öl zu tun. Die blinkt nicht nur, die leuchtet dauernd. Ich weiß echt nicht, was ihm fehlt. Vor Paris ist er ja auch zusammengebrochen. Das geht bei ihm von einer Sekunde zur nächsten. Er ist ja wie ein Ehemann für mich. Ich liebe ihn! Aber das wär echt peinlich, wenn ich mit „Hudo“ auf dem Ku“damm liegenbleibe. Ans Seil möchte ich ihn nicht hängen. Da hilft dann nur schieben.

Frage: Was wird aus „Hudo“ nach dem Zieleinlauf?
Antwort: Ach, das wird wirklich eine schwere Trennung. Zuerst ist er in einer Klassiker-Ausstellung in Essen zu sehen. Danach würde ich ihn gern ans Berliner Technikmuseum geben. Aber nur mit der Auflage, dass ich ihn für eine Rallye da jederzeit wieder rausholen kann. Er soll ja nicht versauern. Alte Autos stehen sich kaputt. Wenn das nicht geht, hebe ich ihn für die Enkel auf. Verkaufen oder verschenken will ich ihn nicht.

Frage: Und was machen Sie nach dem ganzen Rummel als erstes zu Hause?
Antwort: Ich hab ja gar kein Zuhause mehr! Meine Wohnung ist noch vermietet. Ich wohne erst mal im Hotel.

Frage: Im Adlon?
Antwort: Ich bin doch nicht bekloppt! Das ist doch viel zu teuer. Da nehm` ich nur einen Drink, wenn ich am Brandenburger Tor ankomme. Dann will ich meinen neuen Enkel sehen, den kenn“ ich ja bisher nur von Skype. Er ist mein fünftes Enkelkind. Und nach meinem Baum muss ich sehen. Ich hab doch einen Baum gepflanzt vor meiner Abfahrt, hoffentlich hat den jemand gegossen. Ich weiß noch gar nicht, ob ich in meine Wohnung zurückwill. Das ganze Haus wird jetzt saniert. Vielleicht suche ich mir einfach was Kleineres. Das ist doch jetzt die Chance! Ich will ganz viel wegschmeißen. Man braucht ja so wenig, das habe ich gelernt auf der langen Reise.

Frage: Das mit einer neuen Wohnung wird vielleicht gar nicht so einfach in Berlin, da hat sich ganz schön was verändert.
Antwort: Ja, hab ich gehört. Und vor allem haben wir jetzt eine Verkehrssenatorin von den Grünen. Da wird mir Angst und bange. Am Ende macht die aus der ganzen Stadt Tempo-30-Zonen.

Zur Person: Die 79 Jahre alte Heidi Hetzer ist eine Berliner Unternehmerin und Rallyefahrerin. Sie lernte Kfz-Mechanikerin im väterlichen Betrieb. Mit 31 Jahren übernahm sie 1969 das Unternehmen ihres Vaters und baute es zu einem der größten Autohäuser Berlins aus. Sie führte es bis 2012 und gehört zu den erfolgreichen Unternehmerinnen der Stadt. Hetzer ist Oldtimer-Fan und nimmt gerne an Rallyes teil. Sie gewann bisher mehr als 150 Preise.

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