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NWZonline.de Ratgeber Motor und Verkehr

Zertifizierung nach WLTP dauert doppelt so lange

16.03.2019

Oldenburg Nein. Eine Mogelpackung ist der Normverbrauch nicht. Auch wenn viele Autofahrer auf ihn und die Hersteller schimpfen, weil zwischen dem angegebenen und dem tatsächlichen Kraftstoffkonsum ihres fahrbaren Untersatzes Welten liegen. Bis zu 42 Prozent Unterschied können es laut wissenschaftlicher Untersuchungen sein.

Aber es heißt ja auch Norm- und eben nicht Durchschnittsverbrauch. Schließlich ist der Normverbrauch geschaffen worden, um Fahrzeuge unter stets identischen Laborbedingungen miteinander vergleichen zu können. Seit 1996 unter denen des NEFZ, des Neuen Europäischen Fahrzyklus.

Auf dem Prüfstand wird zunächst eine Innenstadt-Fahrt über vier Kilometer mit Stop-and-Go-Abschnitten simuliert, dann sieben Kilometer außerstädtisch. Die Durchschnittsgeschwindigkeit des gesamten Testlaufs beträgt 34 km/h, die Höchstgeschwindigkeit 120 km/h – das aber auch nur für zehn Sekunden. Klima- und Infotainmentanlage sind ausgeschaltet.

Spätestens jetzt wird klar, warum es im alltäglichen Fahrbetrieb zu so krassen Verbrauchsunterschieden kommen muss. Und zu einer Änderung mit realistischeren Bedingungen kommen musste. WLTP heißt das neue Messverfahren, das im September 2017 eingeführt wurde und seit September vergangenen Jahres verpflichtend ist. WLTP steht für Worldwide Harmonized Light-Vehicles Test Procedere, also für ein weltweit einheitliches Leichtfahrzeuge- Testverfahren.

Wobei das mit weltweit so eine Sache ist. Die USA machen nicht mit, die Chinesen noch nicht, auch die großen Autohersteller-Nationen Japan und Südkorea in ihren Heimatmärkten nicht.

Was ändert sich für die Hersteller? Eine Menge anscheinend: „Die Zertifizierung nach WLTP dauert doppelt so lange“, heißt es zum Beispiel bei Mercedes mit Verweis auf die 700 Seiten starke Durchführungsverordnung.

Die besagt unter anderem, dass die „Fahrt“ auf dem Prüfstand jetzt 30 statt wie bei NEFZ 20 Minuten dauern muss und über 23,25 statt über nur elf Kilometer zu gehen hat.

Die Durchschnittsgeschwindigkeit hat 46,6 km/h zu betragen, die Höchstgeschwindigkeit 131 km/h. Außerdem ist jetzt eine Fahrt durch die Stadt, über Land und über die Autobahn zu simulieren.

Mussten die Hersteller bislang nur eine Version einer Baureihe (zumeist die leichteste mit den schmalsten Reifen) zertifizieren, ist es jetzt praktisch jede einzelne. Sobald ein Ausstattungsdetail den Verbrauch beeinflussen könnte – zum Beispiel Schiebedach, Breitreifen, Klimaanlage oder Heckspoiler – muss das ausgewiesen sein.

„Wir haben bei VW 260 Motor-Getriebevarianten zu zertifizieren“, erklärt Baureihen-Sprecher Martin Huber während der Präsentation des überarbeiteten Passat in Hamburg und zeigt auf die drei dort gezeigten Versionen: „Limousine, Variant und Alltrack, Handschalter und Doppelkupplungsgetriebe, Front- und Allradantrieb – für alles brauchen wir ein eigenes Zertifikat.“

Das Problem: Es gibt gar nicht genug Prüfstände. Für die Kunden bedeutetet das längere Lieferzeiten, für manch weniger nachgefragtes Triebwerk sogar das Aus.

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