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NWZonline.de Ratgeber Motor und Verkehr

Porsche 356: Als Deutschland wieder Sport wagte

06.06.2020

Stuttgart Vor 70 Jahren – am 26. Mai 1950 – wurde der erste Porsche 356 im Stammwerk in Zuffenhausen ausgeliefert. Natürlich konnten sich solche Pulsbeschleuniger nur Besserverdienende leisten – den in Fischsilber lackierten ersten Porsche 356 übernahm ein Facharzt für Neurologie und Psychiatrie. Aber glamouröse Sportwagen beflügelten den Traum vom ersten eigenen Auto. Das dann vermutlich als erschwinglicher Volkswagen Käfer vorfuhr, jenem globalen Bestseller, der vor dem Krieg von Ferdinand Porsche entwickelt worden war und der jetzt dem als Coupé und Cabriolet bestellbaren Porsche 356 die technischen Gene lieferte.

Gerade diese Verwandtschaft mit dem Wolfsburger Krabbeltier sollte sich als entscheidender Vorteil erweisen, zumal der Vertrieb des Porsche über VW-Großhändler erfolgte. Und so gelang dem anfangs lediglich 40 PS leistenden Porsche 356 Unglaubliches: eine Großserie von fast 78 000 Einheiten und eine magnetische Anziehungskraft sogar auf Schöne und Reiche.

Es ging bergauf in den Golden Fifties und Großindustrielle, Filmstars oder Majestäten zeigten sich wie einst an mondänen Sehnsuchtsorten in der Schweiz, in Nizza, Monaco oder an der Amalfiküste. Unverzichtbares Accessoires der Hautevolee: schnelle und luxuriöse Automobile, meist mit amerikanischen V8 oder italienischen V12 unter der Haube. Und dazwischen wieselte plötzlich ein 3,87 Meter kleiner Flitzer der jungen Sportwagenmarke Porsche mit nachgeschärftem VW-Käfer-Vierzylinder. Vielleicht waren es die frühen Motorsporterfolge des Porsche 356 in Le Mans (1951), bei der Rallye Monte Carlo (1953), die zahllosen Meistertitel in US-Rennserien oder der Porsche-Triumph bei der traditionsreichen Targa Florio (1956), vielleicht auch die verblüffende, VW-ähnliche Alltagstauglichkeit, jedenfalls zeigten sich im ersten Zuffenhausener sowohl Superreiche wie Aristoteles Onassis, als auch Hochadel wie Prinz Bertil von Schweden, Fürst Rainier III von Monaco mit Gracia Patricia oder coole Hollywood-Legenden wie Steve McQueen und James Dean. Nicht zu vergessen Rock- und Blues-Idole wie Janis Joplin in ihrem psychedelisch bunten Porsche 356 der Swinging Sixties.

Ein Sportwagen vom Konstruktionsbüro, das den Käfer hervorgebracht hatte, dafür bezahlten Enthusiasten 1950 bereitwillig 10 200 Mark – der Preis von gleich zwei Volkswagen oder drei Lloyd Kleinwagen. Trotzdem gab es bald mehr Bestellungen als Lieferkapazitäten, vor allem nachdem es im Herbst 1950 zur Kooperation zwischen Ferdinand Porsche und dem nordamerikanischen Sportwagenimporteur Maximilian E. Hoffman kam. Fortan waren die USA wichtigster Exportmarkt.

In Deutschland blieb der eigene Porsche zwar für die Allermeisten ewiger Traum (kein Wunder bei einem durchschnittlichen Monatseinkommen von 280 Mark) und dennoch war der Typ 356 im Alltag fast omnipräsent.

Das Kino gewährte dem rundlichen Porsche in rund 700 Filmen Platz als aufregender automobiler Verführer, dies in Heimatfilmen wie „Hubertusjagd“ oder das „Alte Försterhaus“, Sehnsuchtszielen wie „Komm mit zur blauen Adria“, Jugendklassikern à la „Pünktchen und Anton“ und Heinz-Erhardt-Komödien bis zu Krimis wie „Banditen der Autobahn“ und tempogeladenen Streifen wie „Roadracers“ oder „Rivalen am Steuer“. Auch auf dem Blech-Spielzeugmarkt brachten es 356 Coupés und Cabriolets zum Kultstatus.

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