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NWZonline.de Ratgeber Motor und Verkehr

Luxusliner und echte Zicke - die Hassliebe von Mirko Weiß

06.06.2019

Seine Leidenschaft gilt dem Range Rover der 2. Serie, einem luxuriösen Geländewagen aus England, der großes Kino kann, aber auch die Rolle „echte Zicke“ perfekt beherrscht. Gebaut zwischen 1994 und 2001, sind die ältesten Range Rover P38 inzwischen 25 Jahre alt und gut für Freude und/oder jede Menge Ärger.

Ärger kann zu Gram führen – oder Ehrgeiz entfachen. Oder beides bewirken, in genau dieser Reihenfolge. Das trifft bei Mirko Weiß zu, einem Automechaniker und Kaufmann aus Twistringen, dessen Lieblingsauto gleich in vielfacher Ausfertigung im Industriegebiet bei Ahlhorn auf weitere Verwendung wartet: Die zweite Serie des Range Rover, intern P38 genannt, begeistert Liebhaber mit ausgewogenen Proportionen, fantastischer Verarbeitung, edlen Materialien – und/oder treibt sie mit ihren Launen zur Verzweiflung. Eine echte Diva eben.

„Anfangs war es eine Hassliebe“, gesteht der Twistringer, wenn er an seinen ersten Range Rover zurückdenkt. Aus 1. Hand erworben, im Auftritt neuwertig, im Antrieb allerdings mit einigen Mängeln, wie Mirko Weiß schnell erkennen musste. Der Motor gab ganz plötzlich seinen Geist auf. Ein Ersatzmotor verschaffte nur kurz Linderung, bevor auch er mit durchgebrannter Zylinderkopfdichtung die Waffen streckte. Die Freude nach der Reparatur währte nicht lange: Erst streikte die Luftfederung, dann der Bordcomputer. „Das Interieur war wie ein perfektes Wohnzimmer. Nur fahren wollte er selten.“

Weil er als Kaufmann mobil bleiben musste, schaffte Weiß sich das Nachfolgemodell an. Dieser Range Rover lief ohne Beschwerden, „aber mein Herz hatte ich an seinen Vorgänger verloren. Mit dem hatte ich außerdem noch eine Rechnung offen“. Also rückte er nach dem Motto „er oder ich“ in seiner Freizeit dem P38 auf die Pelle – den mechanischen und den elektronischen Komponenten. Und weil die zweite Auflage des Range Rovers nach dem Willen seiner Erbauer das perfekte Automobil für Straße und Gelände werden sollte, gibt es auch von der Elektronik mehr, als einem heute lieb sein kann. Mit Werkzeug und Laptop bewaffnet, arbeitete der Twistringer mit der Akribie eines bei Mercedes ausgebildeten Mechanikers Fehlerquelle um Fehlerquelle ab und staunte über die Bauqualität.

Als der Range endlich rollte, stand für ihn deshalb fest: Der muss bleiben. Er blieb nicht. Aber es folgte fast nahtlos ein P38 auf den anderen - und mit ihnen eine Geschäftsidee. Auf dem Tiefpunkt der Preisspirale Autos kaufen, um sie später als Manufaktur nach Kundenwunsch individuell hochwertig aufzubauen, ist der Plan. Da der Range Rover neben dem in der Offroad-Szene etablierten Land Rover zunehmend für seine Geländegängigkeit bei Rallyes geschätzt wird, will Weiß auch ein gestripptes und für diesen Einsatz vorbereitetes Modell anbieten. Nicht als Kleinserie, sondern als individuell gefertigtes Fahrzeug. Von den dafür nicht benötigten Teilen können die anderen P38-Liebhaber profitieren, die ihren Range lieber so pilotieren, wie es auto-, motor und sport bei der Vorstellung des Modells im November 1994 formulierte: „Der vornehme Brite aus den West Midlands macht aus jedem Vollgastier einen Gentleman, aus dem Punker der Autobahn den netten Herrn der Schnellstraßen. Welcome to the club, wir bevorzugen die leisen Töne, Hektik ist so unpassend wie die Büchse Bier zum Fünf-Uhr-Tee.“

Eine Einschätzung, die die Fachzeitschrift auch 20 Jahre später noch teilte, als sie den P38 als künftiges Kultauto porträtierte: „Kein anderes Auto löst so sehr das Versprechen ein, mit seinen Insassen stilvoll durch dick und dünn zu gehen, Pferde stehlen inklusive. So einen lässt du nicht mehr von der Leine.“ „My home is my castle“, sei von gestern. „Mein Auto ist mein Landgut“, laute die moderne Losung und der Range Rover sei die beste Verkörperung, schrieb das Blatt damals. Mirko Weiß sieht das ähnlich. Zumindest seitdem er die Herausforderung seines ersten P38 bestanden und inzwischen etlichen Range Rovern neues Leben eingehaucht hat.

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