Stuttgart - Seit Anfang der 1990er-Jahre und seit dem Modell 968 hat es keinen Porsche gegeben, der mit weniger als sechs Zylindern ausgestattet war. 2016 wird sich das nun ändern. Denn die Mittelmotor-Sportwagen „Cayman“ und „Boxster“ erhalten ab Mitte des kommenden Jahres nicht nur eine umfassende optische Überarbeitung, sondern auch völlig neue Vierzylinderboxer mit Turboaufladung und Leistungen zwischen wahrscheinlich 300 und 340 PS.
Preise noch unbekannt
Laut Hersteller sollen die Vierzylinder-Triebwerke „in etwa auf dem Niveau der bisher eingesetzten und 2,7 sowie 3,4 Liter großen Sechszylinderboxer liegen“. Genaueres will man aber noch nicht über die Sportwagen-Neuauflagen verraten: Auch über Hubräume und mögliche Preise schweigt man sich in Stuttgart-Zuffenhausen mit Verweis auf den ja auch erst in sechs Monaten erfolgenden Marktstart noch aus.
Aktuell beginnt die Preisliste des Modells „Cayman“ bei 51 385 Euro, die des Roadsters namens Boxster bei 50 909 Euro. Diese überaus interessante Preisgestaltung – nirgendwo sonst ist das Coupé teurer als das Cabrio – wird dann auch der Vergangenheit angehören. Künftig wird nämlich das Coupé das preisliche Einstiegsmodell sein.
Das Coupé Cayman und das technisch weitgehend identische Cabrio Boxster werden durch das Facelift laut Porsche „optisch näher zusammenrücken“, außerdem wird dann auch ein neuer Name die Gemeinsamkeit der Modelle unterstreichen. Die werden nämlich 718 Boxster und 718 Cayman heißen. Die Ziffernfolge soll an den gleichnamigen Rennwagen aus den späten 1950er-Jahren erinnern.
Der Rückkehr des Vierzylinders ist vor allem eine Reaktion auf die immer strenger werdenden Verbrauchsvorgaben, vor allem in Europa und auf dem für Porsche so überaus wichtigen US-Markt. Die neuen, hubraumkleineren Motoren dürften deutlich sparsamer ausfallen als die aktuellen Sechszylinder, deren schwächste und daher auch genügsamste Version auf einen Normverbrauch von 8,4 Litern pro 100 Kilometer (195 Gramm CO
Zuletzt in 1990er-Jahren
Einen Porsche mit nur vier Zylindern hatte es zuletzt Anfang der 90er-Jahre gegeben. Der Motor des Modells 968 war damals aber ein ganz normaler Reihenvierzylinder und nicht – wie sonst bei bei Porsche üblich – ein Boxer-Triebwerk. Mit dem bislang letzten Vierzylinderboxermotor war der in den 1970er-Jahren als „Volksporsche“ bezeichnete und bei Karmann in Osnabrück produzierte 914 angetreten. Der 80 PS starke 1,7-Liter-Motor stammte aus dem Volkswagen-Regal.
