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NWZonline.de Ratgeber Motor und Verkehr

Weißblaue Diamanten vom Isarstrand

26.09.2015

Köln Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist der schönste Schnelle im ganzen Land? Das war die Frage, die vor 60 Jahren erst alle automobilbegeisterten Amerikaner und dann die vom Wirtschaftswunder berauschten Deutschen beschäftigte. Tatsächlich bedurfte es damals amerikanischer Anschubhilfe, um deutsche Sportwagenikonen ins Rollen zu bringen. Ob Porsche 356 Speedster, Mercedes 190 SL oder 300 SL und vor genau 60 Jahren die Achtzylinder-Typen BMW 507 und BMW 503 als erste weißblaue Nachkriegstraumwagen, sie alle wurden vom New Yorker Autohändler Max Hofman initiiert. Wollte dieser doch damit die kaufkräftige amerikanische Oberklasse ausstatten.

Umjubelte Glanzlichter auf der IAA 1955 waren der Roadster BMW 507 und der BMW 503 mit Coupé- und Cabrio-Karosserien. Als „weißblaue Diamanten vom Isarstrand“ feierte die Fachpresse die V8-BMW, die mit Preisen von rund 30 000 D-Mark ähnlich teuer waren wie ein Siedlungshaus. Heute werden für den BMW 507 Roadster Preise von zwei bis drei Millionen Euro aufgerufen.

Alle BMW 503 trugen kostspielige Leichtmetallkarosserien, die noch nach althergebrachter Weise über einer hölzernen Klopfform konturiert wurden. Diese Coupés und Cabriolets konnten in so vielfältigen Ausstattungsdetails konfiguriert werden, dass am Ende jedes der insgesamt 412 gebauten Autos ein Unikat war. Mit optionalem Schnellverschluss für die Räder, Becker-Auto-Radio und kurz übersetztem Sportgetriebe konnte der Kaufpreis des BMW 503 auf bis zu 38 000 Mark erhöht werden. Das entsprach dem Gegenwert von etwa 15 BMW Isetta oder von fast drei BMW „Barockengel“-Limousinen, auf deren stabilen Fahrgestellen die BMW 503 und 507 basierten. Aber auch in der Grundausstattung bot der BMW 503 viele wichtige Luxusaccessoires jener Dekade wie elektrohydraulische Verdeck- und Fensterbetätigung, elektrische Scheibenwaschanlage, Bremsservo und – ganz wichtig – ein mächtiges Doppelhorn. Der immerhin 4,75 Meter lange und 1,5 Tonnen schwere BMW 503 mit 140 PS kommt auf eine Höchstgeschwindigkeit von 190 km/h. Beim fast 40 Zentimeter kürzeren und 170 Kilogramm leichteren 507 Roadster mit zehn zusätzlichen PS und langer Hinterachsübersetzung sogar 220 km/h.

Bis zum offiziellen Produktionsende des BMW 507 im Jahr 1959 fanden sich nur 254 Kunden, während etwa vom Mercedes-Benz 300 SL insgesamt 3258 Gullwing und Roadster gebaut wurden. Ähnlich zurückhaltend war die Käufer-Resonanz auf den BMW 503.

Es waren vor allem wohlhabende Showstars, Sportler und der King of Rock ‘n’ Roll, die sich mit der Münchner Prestigeklasse selbst inszenierten. Allen voran Elvis Presley, der 1958 während seiner Dienstzeit im hessischen Bad Nauheim einen weißen BMW 507 kaufte, diesen rot lackierte und mit nach Amerika nahm. Zurück nach Deutschland und ins Werk kam der Roadster erst wieder im Jahr 2014 – jetzt als spektakuläres Restaurierungsprojekt für die BMW Classic Group.

Aber auch Alain Delon, Ursula Andress, Ski-Olympia-Sieger Toni Sailer und Formel-1-Weltmeister John Surtees zeigten sich im BMW 507, während etwa Leinwandstar Sonja Ziemann oder Graf Faber-Castell den distinguierten BMW 503 bevorzugte.

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